Aktuelles und Presse

Frohes  neues... Nichts:  Perspektiven  für  junge  Flüchtlinge  schaffen  statt gefährden - Jetzt verantwortlich handeln!

Gemeinsamer Appell von 19 Verbänden und Organisationen aus Jugend- und Flüchtlingshilfe

Die  Unterzeichnenden, darunter die  Jugendinitiativen  Careleaver  e.V.  und  Jugendliche  ohne Grenzen (JoG), appellieren an Politik und Verwaltung, unbegleitete Minderjährige auf dem Weg in die  Volljährigkeit  nicht  alleine  zu  lassen.  Systembedingt werden  zum  Jahreswechsel jugendliche Geflüchtete regelmäßig volljährig (gemacht). Werden sie  dann  sich  selbst  überlassen, drohen Destabilisierung, Schul- und Ausbildungsabbrüche und im  schlimmsten  Fall die Obdachlosigkeit. Die Weichen für gute Übergänge und funktionierende Anschlussversorgung müssen daher jetzt von Politik und den zuständigen Trägern gestellt werden.

Während junge Flüchtlinge als „jugendlich, männlich, Ausländer“ medial insbesondere im Kontext von Kriminalität thematisiert werden, ist wenig bekannt über die zahlreichen Hürden, mit denen junge Geflüchtete tagtäglich zu kämpfen haben. Unbegleitete Minderjährige gehören zu den besonders Schutzbedürftigen unter den Geflüchteten. Trotzdem werden ihnen, insbesondere seit dem Jahr des großen Flüchtlingszugangs 2015/2016, fundamentale Rechte vorenthalten: So wurde ihr Recht auf Elternnachzug massiv eingeschränkt und ihre Unterbringung und Versorgung in vielen Kommunen unterhalb geltender Standards der Jugendhilfe vielfach hingenommen.
 
Viele der damals als Jugendliche im Alter von 15 oder 16 Jahren eingereisten Geflüchteten werden nun volljährig, ein Großteil von ihnen zum 31.12. oder 1.1. – ein fiktives Geburtsdatum, das bei ungeklärtem oder nicht nachweisbarem Geburtstag behördlich festgelegt wird, ohne dass sich die jungen Menschen effektiv dagegen wehren könnten.
 
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Zeltunterkunft für Geflüchtete im Winter trotz Leerstand ?

Flüchtlingsrat und Fluchtraum fordern sofortige Schließung der Zeltunterkunft und eine bedarfsgerechte Unterbringung

Pressemitteilung vom 11.12.2017

Obwohl es in Bremens Unterkünften für Geflüchtete Leerstand und freie Zimmer gibt, leben etwa 70 junge Menschen in Großraumzelten. Gemeint ist die Notunterkunft in der Gottlieb-Daimler-Straße 4, die nun ohne bauliche Veränderungen überraschend zur dritten offiziellen Landesaufnahmeeinrichtung erklärt wurde.

Die Metallzelte stehen abgelegen in der Nähe der Stahlwerke in Oslebshausen und werden nur notdürftig durch ein Heizlüftungssystem gewärmt. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit vom Amt für Soziale Dienste nicht anerkannt wurde und die gegen die Ablehnung der Inobhutnahme vor Gericht geklagt haben. Sie wohnen dort bis über die Inobhutnahme endgültig entschieden wird und sie ggf. in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht werden können. Diese Zeltunterkunft, betrieben von der Inneren Mission, war monatelang eine Notunterkunft bevor sie nun umbenannt wurde. Baulich verändert hat sich nichts.

„Die Zelte sind sehr hellhörig und die Metallwände verbreiten jedes Geräusch im ganzen Zelt. Es ist unmöglich nachts zur Ruhe zu kommen. Dazu kommt das Gebläse der Heizlüftung“ so ein Jugendlicher aus dem Zelt. „Die Luft ist durch die Heizung so trocken, dass viele morgens mit Nasenbluten aufwachen. Wenn die Heizung ausfällt, ist es so kalt, dass morgens die Finger steif gefroren sind“ ergänzt Boubacar, ein anderer Bewohner der Unterkunft.
Fluchtraum Bremen e.V. und der Flüchtlingsrat Bremen fordern die sofortige Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße. „Die Bedingungen in der Gottlieb-Daimler-Straße sind katastrophal. Es ist völlig unverständlich, dass Bremen trotz des Leerstandes an der Unterbringung von Menschen in Zelten festhält und noch dazu potentiell Minderjährige dort unterbringt, die besonders schutzbedürftig sind“ sagt Anna Schroeder von Fluchtraum.
Marc Millies vom Flüchtlingsrat betont: „Die Verantwortlichen konterkarieren ihre Bemühungen, Schutzbedürftigen adäquaten Schutz zu bieten. Sollte es noch rechtlichen Klärungsbedarf bei den jungen Menschen geben, ist die dafür vorgesehene Clearingstelle einzubeziehen.“

Sollten Sie Interesse an einer Berichterstattung haben, stehen Ihnen sowohl Pressesprecher von Fluchtraum Bremen e.V. und vom Flüchtlingsrat als auch Jugendliche aus der Unterkunft für Interviews und Rückfragen zur Verfügung.


Fluchtraum Bremen e.V. wird für das Projekt „Beratungscafé  für junge Geflüchtete“  ausgezeichnet.

Am 20.9. fand in der Sparkasse Bremen (Finanzcentrum Am Brill) die Feierstunde für alle Projekte der Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ statt, die für Bremen Mitte und Süd die Ausschreibung gewonnen hatten. Fluchtraum Bremen e.V.  wurden für das Projekt „Beratungscafé für junge Geflüchtete“ ausgezeichnet. Das Beratungscafé wird in Kooperation mit dem Jugendhaus Buchte durchgeführt. Junge Geflüchtete erhalten dort Unterstützung und Beratung durch ein engagiertes Team von Mitarbeiterinnen von Fluchtraum Bremen e.V., Honorarkräften, ehrenamtlich Engagierten und Studierenden der Universität Bremen. 

Foto: Michael Bahlo – www.michaelbahlo.com

Video zum Sommerfest 

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Beratungscafé für junge Geflüchtete

Fluchtraum bietet ab August 2017 an zwei Tagen ein „Beratungscafé für junge Geflüchtete“ in Kooperation mit dem Jugendhaus Buchte (Buchstraße 14/15) an:

mittwochs und donnerstags, 16.30 – 19.00 Uhr

Junge Geflüchtete bekommen im Beratungscafé Unterstützung und Beratung in Fragen zu Ausbildung und Beruf, Alltagsleben, rechtliche Fragen, Hilfestellung bei Anträgen und Behördenangelegenheiten.

Das Projekt wird gefördert durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen.


Save-the-Date! - Spendengala für die Unterstützung minderjähriger unbegleiteter Flüchtlinge

Fluchtraum Bremen lädt am 26. November 2017 um 19 Uhr zu einer Benefizveranstaltung auf das Theaterschiff in Bremen ein.

Prominente lesen für junge Geflüchtete

Am Sonntag, 26. November 2017 stellen Prominente vor, welches Buch, welche Film zum Thema Flucht/Migration sie bewegt.

Die Gäste erwartet ein abwechslungsreicher Abend auf dem Theaterschiff mit Lesungen, Gesprächen und künstlerischen Darbietungen von jungen Menschen, die in den letzten Jahren nach Bremen geflüchtet sind und bei uns eine neue Heimat gefunden haben.

Die Ankündigung finden Sie hier.


Gemeinsame Erklärung Bremer Bürgerinnen und Bürger gegen Abschiebungen

Pressemitteilung vom 07.04.2017

Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative, Equal-rights-for-all-Bündnis Bremen, Jugendliche ohne Grenzen, Friedensforum Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.

Am Mittwoch, den 05.04.2017 hat ein breites Bündnis aus den o.g. Bremer Initiativen und Organisationen zu einer Veranstaltung zum Thema „Von wegen sicher – Über die Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik“ eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf sehr große Resonanz in Bremen - rund 200 Bremer Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung. Durch die Beiträge der ReferentInnen wurde deutlich, dass die Konstruktion sogenannter sicherer Regionen in Afghanistan durch die Bundesregierung jeglichen Fakten und Informationen über die tatsächliche Sicherheitslage und Entwicklungen vor Ort widerspricht. „Afghanistan dient als Übungsfeld für den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan macht deutlich, dass dieser Kriegseinsatz nicht nur gescheitert ist, sondern dramatische Folgen für die ganze Region mit sich gebracht hat“ so die Referentin Claudia Haydt. So ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als vor dem Kriegseintritt der NATO 2001. Ein Eingeständnis dessen würde jedoch eine Neubewertung militärischer Interventionen erfordern. „Jeder afghanische Staatsangehörige, der heute abgeschoben wird, muss als Beweis dafür hinhalten, dass der deutsche Kriegseinsatz erfolgreich war“. Vor diesem Hintergrund sind Abschiebungen mehr als zynisch. Während die Bundesregierung für sich beansprucht, bundesdeutsche Interessen auch militärisch bis zum Hindukusch zu verteidigen, sollen die Folgen und Betroffenen dieser Politik aus dem Sichtfeld verschwinden.

Vor diesem Hintergrund haben die rund 200 Teilnehmenden der Veranstaltung eine gemeinsame öffentliche Erklärung abgegeben: Darin sprechen sie sich klar und deutlich gegen weitere Abschiebungen aus – sei es auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Abschiebungen widersprechen grundlegend jedem humanitären Anspruch und verstoßen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit eines und einer jeden.


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