Aktuelles und Presse

Gemeinsame Erklärung Bremer Bürgerinnen und Bürger gegen Abschiebungen

Pressemitteilung vom 07.04.2017

Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative, Equal-rights-for-all-Bündnis Bremen, Jugendliche ohne Grenzen, Friedensforum Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.

Am Mittwoch, den 05.04.2017 hat ein breites Bündnis aus den o.g. Bremer Initiativen und Organisationen zu einer Veranstaltung zum Thema „Von wegen sicher – Über die Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik“ eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf sehr große Resonanz in Bremen - rund 200 Bremer Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung. Durch die Beiträge der ReferentInnen wurde deutlich, dass die Konstruktion sogenannter sicherer Regionen in Afghanistan durch die Bundesregierung jeglichen Fakten und Informationen über die tatsächliche Sicherheitslage und Entwicklungen vor Ort widerspricht. „Afghanistan dient als Übungsfeld für den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan macht deutlich, dass dieser Kriegseinsatz nicht nur gescheitert ist, sondern dramatische Folgen für die ganze Region mit sich gebracht hat“ so die Referentin Claudia Haydt. So ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als vor dem Kriegseintritt der NATO 2001. Ein Eingeständnis dessen würde jedoch eine Neubewertung militärischer Interventionen erfordern. „Jeder afghanische Staatsangehörige, der heute abgeschoben wird, muss als Beweis dafür hinhalten, dass der deutsche Kriegseinsatz erfolgreich war“. Vor diesem Hintergrund sind Abschiebungen mehr als zynisch. Während die Bundesregierung für sich beansprucht, bundesdeutsche Interessen auch militärisch bis zum Hindukusch zu verteidigen, sollen die Folgen und Betroffenen dieser Politik aus dem Sichtfeld verschwinden.

Vor diesem Hintergrund haben die rund 200 Teilnehmenden der Veranstaltung eine gemeinsame öffentliche Erklärung abgegeben: Darin sprechen sie sich klar und deutlich gegen weitere Abschiebungen aus – sei es auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Abschiebungen widersprechen grundlegend jedem humanitären Anspruch und verstoßen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit eines und einer jeden.


Von wegen sicher!

Veranstaltung zur aktuellen Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik

Mittwoch, 5.4.2017 um 19 Uhr im DGB-Haus, Bahnhofsplatz 22

In Afghanistan herrscht Krieg. Erst kürzlich wurden bei einem sieben Stunden andauernden Angriff auf ein Krankenhaus in Kabul durch den Islamischen Staat 49 Menschen getötet. Dies war der vierte große Anschlag allein in Kabul seit Jahresbeginn.

Einem internen Lagebericht der deutschen Botschaft in Kabul zufolge ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als zu Beginn des militärischen Eingreifens der NATO 2001. Auch die Zahl der zivilen Todesopfer steigt kontinuierlich – nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein 2015 über 3500 ZivilistInnen getötet und weitere 7457 verletzt. Dennoch besteht die Bundesregierung darauf, bestimmte Gebiete – darunter auch Kabul, Herat und Masar-i-Sharif – ­als »sicher« einzustufen. Seit Dezember 2016 wurden bereits 77 Geflüchtete nach Afghanistan abgeschoben, mehr als 10.000 Menschen sind von Abschiebung bedroht.

In der Veranstaltung wird Andreas Kramer, Vorstand der Afghanisch-deutschen Kulturinitiative über die aktuelle Situation vor Ort berichten. Claudia Haydt von der Informationsstelle Militarisierung wird demgegenüber den Blick auf die bundesdeutsche Migrationspolitik und dahinterstehende Interessen richten und der Frage nachgehen, warum die Bundesregierung Afghanistan entgegen aller Fakten als »sicher« erklärt. Zum Abschluss wird Hassan Safari von Jugendliche ohne Grenzen erzählen, welche Auswirkungen diese Entwicklungen auf die in der BRD lebenden afghanischen Staatsangehörige haben und welcher Widerstand sich gegen die Abschiebepraxis regt.
Die Veranstaltung findet auf Deutsch und Dari statt.


Veranstaltet von: Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Zuflucht Bremen – Ökumenische Ausländerarbeit e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative e.V., Jugendliche ohne Grenzen, Equal-rights-for-all Bündnis, Bremer Friedensforum, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.


Infoabend

Am Montag, den 06.02.2017 findet um 19 Uhr ein Infoabend im Gemeindehaus Zion in der Neustadt (Kornstraße 31, Bremen) statt. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.


„Stimmen aus Westafrika“ 

Tag der offenen Tür, 9. September, 16-19 Uhr, Berckstr. 27

unter diesem Motto veranstalten wir im Rahmen der 5. Bremer Integrationswoche einen Tag der offenen Tür. Es gibt ein spannendes Programm (unten) und die Gelegenheit, sich über ehrenamtliches Engagements bei Fluchtraum zu informieren. Fragen Sie unsere Mitarbeiter_innen und kommen Sie mit Einzelvormündern/Mentor_innen und ihren Mündeln ins Gespräch.

  • 16.00 h: Maskentanz aus der Elfenbeinküste, Jean Baptiste GAMA, („Wassergeräusche“, Shakespeare Company)
  • 17.00 h: Begegnung mit Sekou Bangoura (Architekt aus Guinea), in Kooperation mit KANIA e.V.
  • 18.00 h: Afrikanische Trommelgruppe „Djembe-Fieber"
  • 18.30 h: Der „Guineischer Verein für Integration und Bildung in Deutschland“ stellt sich vor. Mit musikalischer Überraschung!

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