Aktuelles und Presse

Fluchtraum-Schulungen im November

Die letzten beiden Schulungen unseres Herbst-Schulungsblockes stehen vor der Tür:

  • Wie umgehen mit Rechtspopulismus? – Stark machen gegen Stammtischparolen und rechte Hetze, am 15. und 22. November
  • Wege in Ausbildung und Arbeit – Bremer Anlaufstellen für junge Geflüchtete stellen sich vor, am 27. November
Es sind noch Plätze frei. Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und zur Anmeldung sind hier zu finden.
 
 

WE, THE FUTURE

Flyer Zukunftswerkstatt We, the Future

Ein Workshop, der bewegt

Unter dem Titel „WE, THE FUTURE“ ging im Oktober bei uns die allererste Zukunftswerkstatt für Jugendliche und junge Erwachsene in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. an den Start. Das Ziel: den jungen Menschen die Chance eröffnen, ihre Stimme zu erheben, ihre Anliegen zu formulieren und sie in die Öffentlichkeit zu tragen. Das Besondere an dem Projekt: Bereits an der Planung des Workshops waren die jungen Menschen beteiligt und aufgefordert, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen.

Die Zukunftswerkstatt begann – wie üblich – mit der Kritikphase: Die zehn Jugendlichen sammelten alle negativen Dinge, die sie mit ihrem Leben in Deutschland verbinden. Stark im Vordergrund stand hier das Erleben von Rassismus und Diskriminierung in quasi sämtlichen Lebenslagen, die Darstellung von Geflüchteten in den Medien und den politischen Diskurs über geflüchtete Menschen. Im nächsten Schritt entwarfen die jugendlichen Teilnehmer einen Gegenentwurf zu ihrer Kritik – ihre Utopie – und überlegten dann im dritten Schritt, welche Projekte sie gerne in Angriff nehmen würden, um selbst etwas zu dieser Utopie beizutragen. Aus den vielen bunten Ideen wurde schließlich ein Videoprojekt zum Sieger gekürt. Hoch motiviert starteten die jungen Teilnehmer mit diesem Videoprojekt bereits zwei Wochen später. Dank der spontanen und großzügigen Unterstützung durch die Medienwerkstatt des Kulturzentrums Schlachthof bekamen die Jugendlichen mehrere Kameras, Mikrofone und einen Medienpädagogen an die Seite gestellt und begannen mit der Auseinandersetzung mit der komplizierten Technik und dem Ausloten des Themenbereichs. Klar war: Die Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung, aber auch die verschiedenen Vorstellungen von Integration sollten im Vordergrund stehen.

Zukunftswerkstatt We, the future

Beim nächsten Treffen wird es dann ganz konkret: Neben Straßen-Interviews wollen sich die Jugendlichen gegenseitig interviewen, aber auch Politiker*innen zum Dialog laden. Wir sind schon ganz gespannt auf die filmischen Ergebnisse des Projekts und halten euch selbstverständlich über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden! Falls ihr noch junge Menschen kennt, die Lust haben, mitzumachen, meldet euch gerne bei Katharina unter mild@fluchtraum-bremen.de 

Die Zukunftswerkstatt wird unterstützt durch die Medienwerkstatt im Kulturzentrum Schlachthof - Vielen Dank!

Schlachthof-Logo

Gemeinsames Statement "Nein zur Armutsgarantie Ausbildung!"

Auszubildende mit Fluchterfahrung brauchen aufenthaltsrechtliche und finanzielle Sicherheit

Sichere Ausbildung jetzt

Im August und September 2018 haben wir uns mit Mitstreiter*innen zu drei Aktionstreffen zum Thema "Sichere Ausbildung" getroffen. Herausgekommen ist ein gemeinsames Statement, das 13 Institutionen und 70 Einzelpersonen unterzeichnet haben. Hier geht es zum gemeinsamen Statement.

Auch die TAZ widmet sich dem Thema und unseren Forderungen und berichtet im Artikel "Arbeit ja, Unterhalt nein" vom 25.10.2018 über einen Bremer Fall.

Neuer Film von Fluchtraum Bremen e.V. zu Mentor*innen in Bremen

Film über Mentor*innen

Dieser Film entstand in einem Projekt mit dem Bremer Jugendring - technische Unterstützung bekamen wir von "Vomhörensehen"!

Nachbarschaftsprojekt in Horn-Lehe

Jugendbegegnung in der Evangelischen Gemeinde mit viel Spaß gestartet

Seit Anfang September sind fünf Jugendliche, die bei uns auf der Warteliste für eine Mentorenschaft stehen oder unser Beratungscafé besuchen, Teil einer Jugendgruppe in der evangelischen Kirchengemeinde Horn. Die schon länger bestehende Gruppe 17 bis 20-Jähriger aus der Gemeinde Horn hatte junge Geflüchtete von Fluchtraum eingeladen, bei ihrer wöchentlich stattfindenden „Teestube“ mitzumachen - für beide Seiten eine Chance, sich zu begegnen und gemeinsam Freizeit zu verbringen. An zwei Mittwochnachmittagen wurde bisher zusammen gekickert, Billiard gespielt, gekocht, gebacken und über die Schule gelästert. Außerdem gab es einen gemeinsamen Stadionbesuch zum Spiel Werder Bremen gegen Hertha BSC Berlin und gemeinsames Schlittschuhlaufen im Paradise. Um den Einstieg in die neue Gruppe zu erleichtern, begleitet ein Teammitglied von Fluchtraum die Jugendlichen in den ersten Monaten zu den gemeinsamen Aktivitäten. Jetzt sind erstmal alle in den verdienten Herbstferien aber danach ist schon die nächste gemeinsame Teestube mit Kürbisschnitzen und Kürbissuppe geplant.

Mitgliedschaft im Paritätischen Bremen

Mitgliedschaft im Paritätischen Bremen

Seit dem 01.09.18 ist Fluchtraum Mitglied im Paritätischen Bremen. Der Paritätische Bremen ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und Dachverband für Organisationen, die soziale Arbeit in Bremen und Bremerhaven leisten. Insgesamt sind über 200 Mitgliedsorganisationen im Paritätischen Bremen. Die Mitgliedschaft bringt uns als Verein Vorteile in den Bereichen der Netzwerkarbeit und der Einwerbung von Fördermitteln. Außerdem können wir als Mitgliedsverein Beratungsleistungen zu verschiedensten Themen, wie Antragsberatung, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsentwicklung, in Anspruch nehmen. 

Hier kommt ihr zur Website des Paritätischen Bremen.

Abschlusserklärung zur Schließung des Camps in der Gottlieb-Daimler-Staße

Gottlieb-Daimler – Shut it down!

Monatelang haben wir mit diesem Slogan demonstriert und Aktionen gemacht.
Heute, am 28.9.2018, wird es endlich Realität: die Sozialbehörde schließt das Camp in der Gottlieb-Daimler-Straße.

Ein Erfolg? Ja! Durch unsere Aktionen und unseren Druck haben wir bewirkt,
dass diese unwürdige, ungesunde Unterkunft Geschichte ist. Die Schließung des Lagers in der Gottlieb-Daimler-Straße lehrt uns, dass es möglich ist, für unsere Menschenwürde zu kämpfen und diese Kämpfe sogar zu gewinnen. Dafür braucht es Entschlossenheit, Engagement und Solidarität.

Ist unser Kampf jetzt vorbei? Nein! Auch wenn alle ehemaligen Bewohner*innen der Gottlieb-Daimler-Straße jetzt in anderen Unterkünften leben, zum Teil in der „Erstaufnahmeeinrichtung“ in der Steinsetzerstraße (Habenhausen), der „Zentralen Aufnahmestelle“ in der Lindenstraße (Vegesack) oder bei privaten Gastgeber*innen (in der ganzen Stadt) – unser Ziel, ein menschenwürdiges Leben führen zu können, ist noch nicht erreicht.
Immer noch werden vielen von uns Schulplätze, eine gute Gesundheitsversorgung und die Sicherheit, in Bremen bleiben zu können, vorenthalten.

Wir sind Geflüchtete und wir sind Jugendliche, wir brauchen eine Perspektive.
Wir brauchen Schutz, Sicherheit und Solidarität.

Zusammen, zu Tausenden, gehen wir morgen, am Samstag den 29.9., in Hamburg auf die Straße:
Wir feiern uns und unseren Erfolg. Wir zeigen: wir sind da, und wir bleiben es. Und wir tanken Energie für die vielen Schritte, die vor uns liegen.
#welcome united #we`ll come united #united against racism #solidarity wins

kopiert von der Facebookseite von Together we are Bremen

Fluchtraum-Schulungen im Herbst 2018

Unser Schulungsblock für Herbst 2018 mit vier spannenden Veranstaltungen findet im Oktober und November statt:

  • Ich brauche Sicherheit! – Aufenthaltsrechtliche Perspektiven für junge Geflüchtete
  • Loslassen und Anstupsen – junge Geflüchtete auf dem Weg in ein selbstständiges Leben begleiten
  • Wie umgehen mit Rechtspopulismus? – Stark machen gegen Stammtischparolen und rechte Hetze
  • Wege in Ausbildung und Arbeit – Bremer Anlaufstellen für junge Geflüchtete stellen sich vor

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen und zur Anmeldung sind hier zu finden.

Impressionen unseres Sommerfests 2018

Live-Musik beim Sommerfest (Foto: Annette Staack)

Am 31.08. feierten wir bei Sonnenschein und Live-Musik unser diesjähriges Sommerfest.

Engagierte, Jugendliche, das Fluchtraum-Team und Gäste aus befreundeten Vereinen und der Politik führten angeregte Gespräche und ließen sich das leckere Buffet schmecken.

Hier gibt es Bilder und unseren Rückblick.

Junge Geflüchtete kämpfen darum in Bremen bleiben zu können

Seit März 2018 kämpfen junge Geflüchtete um bessere Lebensbedingungen und eine Bleibeperspektive in Bremen - im Aktionsbündnis Gottlieb Daimler Straße sind sie gemeinsam mit Unterstützer*innen organisiert.

 

Mehr zum politischen Protest und zu den Forderungen der "Gottlieb-Daimler-People"

 Zivile Seenotrettung stärken - sichere Häfen schaffen

Fluchtraum unterzeichnet Bremer Aufruf zum Flüchtlingsschutz

Initiiert vom Projekt Seehilfe e. V. haben wir gemeinsam mit anderen Bremer Vereinen, Institutionen und Initiativen eine Petition gestartet, denn Solidarität darf nicht an Grenzen enden!

Die Petition unterzeichnen

Auch der Weser Kurier berichtet. 

Demonstration der Initiative "Seebrücke" in Bremen

Am Sonntag demonstrierten mehr als 1200 Menschen in Bremen für zivile Seenotrettung und gegen das Sterbenlassen im Mittelmeer. Kristin Herrmann schrieb dazu in ihrem Kommentar im Weser-Kurier: 

"Gerade jetzt, wo sich die Situation für die Geflüchteten, aber auch für die privaten Rettungsorganisationen zuspitzt, hat Bremen ein deutliches Signal gesendet. Das könnte noch verstärkt werden, indem die hiesige Politik der Forderung nachkommen würde, in das Forum der "solidarischen Städte" einzutreten, so wie es Berlin oder Leipzig angekündigt haben. Bremen ist bunt hat sich die Stadt vor einigen Jahren auf die Fahne geschrieben. Die Zeit ist gekommen, Taten folgen zu lassen."

Dieser Forderung schließen wir uns gerne an. Den vollständigen Kommentar findet ihr hier

„Weser Kurier“ berichtet über das Beratungs- und Begegnungszentrum

Am Mittwoch, den 18.07.18 besuchte Kristin Hermann vom Weserkurier unser Beratungscafé im Jugendhaus Buchte und sprach mit Lea Böhme (Team Fluchtraum) und Claudia Schmitt (Vorstand) über unsere Pläne für das BBZ.

Den ganzen Artikel, der prominent am Sonntag, den 22. Juli 2018 im Weserkurier erschien, findet ihr hier.

*** Wir suchen Räume ***

Fluchtraum sucht ein neues Zuhause für
unser Beratungs- und Begegnungszentrum

Wir suchen Räumlichkeiten in zentraler Lage mit guter Verkehrsanbindung, möglichst barrierefrei! Mit insgesamt ca.165 - 250m2

- 3-5 Büros
- 2-3 Beratungsräume
- 1 großen, leicht zugänglichen Mehrzweckraum für das offene Café, Schulungen, Mitgliederversammlungen, etc.
- 1 Küche

Wir freuen uns über Raumangebote und Ideen an unseren Vereinsvorstand:

vorstand@fluchtraum-bremen.de

Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2018    

Senatorin Anja Stahmann zu Besuch bei Fluchtraum Bremen e.V.

Besuch Frau Stahmann im Beratungscafé 1

Im Beratungscafé sitzen junge Geflüchtete aus Afghanistan, Iran, Syrien und Westafrika. Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen von Fluchtraum Bremen e.V. und Ehrenamtlichen bereiten sie Bewerbungen für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz vor, beantworten Behördenschreiben, lernen Deutsch oder klönen bei einer Tasse Tee. Im Beratungscafè engagieren sich auch junge Erwachsene mit Fluchtgeschichte als Sprach- und Kulturmittler.

Der Besuch von Senatorin Anja Stahmann ist der offizielle Auftakt für das „Beratungs- und Begegnungszentrum für junge Geflüchtete“, das Fluchtraum Bremen e.V. mit institutioneller Förderung der Sozialbehörde aufbauen wird. Im Gespräch mit den Vorstandsvorsitzenden Claudia Schmitt und Detlev Busche und der Leiterin des Vereins Dagmar Koch-Zadi berät sie heute die wichtigen Schritte. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Jugendamt/Casemanagement und insbesondere die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. 

Fluchtraum Bremen e.V. engagiert sich seit 2004 für junge Geflüchtete und vermittelt Ehrenamtliche als Mentor*innen und Einzelvormund*innen. Dank dieses Engagements sind viele Jugendliche gut in Bremen angekommen, besuchen die Schule oder eine Ausbildung, leben in der eigenen Wohnung und sind in Sportvereinen oder in kulturellen Einrichtungen aktiv.

Aus den Minderjährigen sind inzwischen junge Volljährige geworden, die mit Auslaufen der Jugendhilfe oft allein vor den Herausforderungen des Erwachsenwerdens stehen: in der eigenen Wohnung leben, eine Ausbildung erfolgreich bestehen, Kontakte zu jungen (Alt)Bremer*innen finden, den Alltag zu gestalten. Um den Übergang in die Selbständigkeit zu unterstützen, hat Fluchtraum Bremen e.V. in enger Abstimmung mit der Sozialbehörde, Jugendamt, Casemanagement, mit Jugendhilfeeinrichtungen und Akteuren der offenen Jugendarbeit in Bremen sein Konzept für das Beratungs- und Begegnungszentrum entwickelt. Dank der institutionellen Förderung durch die Sozialbehörde kann der Verein jetzt das Zentrum aufbauen.  

Im Austausch mit Younes Mohamadian und Tarek Mezal, die sich beide ehrenamtlich im Beratungscafè engagieren, wird deutlich, dass Frau Stahmann an deren Sorgen und Wünschen „nah dran“ ist und diese ernstnimmt. Auch die Frage von Fluchtraum Bremen e.V. nach geeigneten Räumlichkeiten greift sie auf und gibt nützliche Tipps.  Der Besuch zeigt eindrucksvoll, dass die Sozialsenatorin bürgerschaftliches Engagement für die Integration Geflüchteter gezielt fördert und nachhaltig unterstützt.

Bremen, den 24.06.2018

Dagmar Koch-Zadi

Foto: Annette Staack

Radiobeitrag in Radio Bremen, COSMO am 17. Juni 2018

Mit dem Reporter Cengiz Tarhan haben Younes und seine Mentorin Aylin im Juni in einem Interview über ihre Erfahrungen ales Mentee und Mentorin gesprochen.

Hier könnt ihr den Beitrag von Cengiz Tarhan, der am Sonntagmorgen in Radio Bremen, COSMO lief, nachhören.

Feierstunde in der Sparkasse Bremen am 7. Juni 2018

 Am 07. Juni wurden wir mit anderen Preisträgern im Rahmen einer Feierstunde in der Sparkasse am Brill für unser Projekt "Lerntreff im Beratungscafé" ausgezeichnet.

Foto: Sparkasse Michael Bahlo

Erfolgreiche Projekte werden größer und sie entwickeln sich weiter: So auch unser Beratungscafé. Neben Unterstützung in Alltagsfragen, hilft unser haupt- und ehrenamtliches Team dort jungen Geflüchteten bei Hausaufgaben, Vorbereitungen auf Prüfungen oder Präsentationen und ganz allgemein beim Deutsch lernen. Dieses Angebot können wir dank einer Förderung durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen und mithilfe von Mitteln aus der Selbsthilfe- und Projektförderung im Referat Zuwandererangelegenheiten der Stadt Bremen nun bis Ende 2018 auf sichere Beine stellen. Der Lerntreff findet zu den Öffnungszeiten des Beratungscafés, mittwochs und donnerstags 16:30-19:00 Uhr, im Jugendhaus Buchte statt.

Hier geht's zur Berichterstattung der Sparkasse.

Startsignal für den Aufbau unseres „Beratungs- und Begegnungszentrums für junge Geflüchtete“ (BBZ)  - gefördert durch die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Mitte April hat Fluchtraum den Zuwendungsbescheid für den Aufbau des geplanten BBZ erhalten: Die Sozialbehörde fördert Fluchtraum im Rahmen einer institutionellen Förderung. Im letzten Jahr konnten wir in intensivem Austausch mit unseren Ansprechpartner*innen bei der Sozialbehörde unser Anliegen besprechen und haben viel positive Resonanz für unser Vorhaben bekommen, für junge Geflüchtete eine Anlaufstelle zu schaffen, in der sie im Übergang zum Erwachsenenleben Beratung, persönliche Ansprechpartner*innen und Möglichkeiten zu Begegnung finden. Mit der institutionellen Förderung durch die Sozialbehörde können wir nun „starten“. Die Jahre 2018 und 2019 sind als Modellphase vorgesehen.

Im letzten Jahr hatte Fluchtraum Bremen e.V. zunächst die Vereinsmitglieder über die „Vision BBZ“ informiert und es fand ein thematisches Austauschtreffen im Juli 2017 statt. Dort haben wir gemeinsam über das Konzept beraten. 

Und jetzt soll es losgehen – am 20.06.2018 besucht Sozialsenatorin Stahmann unser Beratungscafé im Jugendhaus Buchte, um sich ein Bild von unserer Arbeit zu machen und von unseren Plänen für das BBZ zu hören.

Dagmar Koch-Zadi

"Wir wollen nicht länger wie in einem offenen Gefängnis leben"

Einladung zum ersten Treffen des Aktionsbündnisses zur Schließung der Zeltunterkunft für Geflüchtete in der Gottlieb-Daimler-Straße in Bremen

Donnerstag, 03.05 um 19 Uhr im Gemeindezentrum Zion, Kornstraße 31

Das Aktionsbündnis zur Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße besteht aus Bewohnern der Unterkunft sowie solidarischen Unterstützer*innen. Das klar formulierte Ziel ist die längst überfällige Schließung der Zeltunterkunft sowie die Verbesserung der Situation der jungen Bewohner. Um der Forderung mehr Nachdruck zu verleihen und effektive Aktionen planen und durchführen zu können, lädt das Bündnis nun zu einem ersten offenen Treffen ein.

Die ehemalige Notunterkunft befindet sich abgelegen neben den Stahlwerken in Oslebshausen. Die Lebensbedingungen in den großen Metallzelten sind katastrophal. 90 Jugendliche leben zusammengepfercht in einem großen Metallzelt, die einzelnen "Zimmer" sind nur notdürftig unterteilt, man hört alle Geräusche, das Heizlüftungssystem ist laut und trocknet die Luft aus und im Sommer werden die Zelte unaushaltbar warm.

Die Unterkunft sollte schon seit langem geschlossen werden, wurde dann aber von der Stadt überraschend zur offiziellen Landesaufnahmestelle umdefiniert. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit von der Behörde nicht anerkannt wird und die gegen diese Entscheidung geklagt haben. Sie leben fünf, sechs, manchmal auch mehr als 12 Monate dort, haben keine Schule, keine Beschäftigung, keinen Kontakt. Trotz massiver Kritik und Versuchen, die Unterkunft zu schließen, hält die Sozialbehörde an ihr fest. Die Debatte in der Bürgerschaft bestätigte den Eindruck, dass die Jugendlichen dafür bestraft werden sollen, dass sie sich gegen die behördliche Altersfestsetzung zur Wehr setzen und von ihrem Recht Gebrauch machen, dagegen zu klagen.

Die Bewohner und solidarischen Unterstützer*innen wollen das nicht länger hinnehmen! Die Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße ist längst überfällig!

Wir von Fluchtraum Bremen e.V. sind auch mit dabei und freuen uns über alle, die an dem Treffen teilnehmen. Wir freuen uns auch, wenn diese Einladung geteilt und weitergeleitet wird.


Schulungsprogramm im Frühling 2018

Fluchtraum lädt ein zu einem neuen Schulungsblock mit folgenden spannenden Themen:

  • 19. April: Mein Mentee/mein Mündel & ich - Gute Beziehungsgestaltung mit Katrin Lange (Psychologin)
  • 25. April: Jugendhilfe und Sozialrecht für junge Geflüchtete mit Max Gabel (Fluchtraum Bremen e.V.), Christine Krohne (BeBeE)
  • 2.Mai: Von der Schule in Ausbildung und Beruf - junge Geflüchtete im Übergang mit Markus Saxinger (bin)
  • 14.Mai: Immer "on" - jugendliche Medienwelten mit Markus Gerstmann (ServiceBureau Jugendinformation)
  • Außerdem: Unterstützung auf Augenhöhe? Rassimus- und machtkritische Praxisreflexion (2 Workshops) (Termine werden zeitnah bekannt gegeben über unsere Homepage, Facebook und unseren Newsletter)


Genauere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier.


Die Veranstaltungen richten sich an Engagierte bei Fluchtraum, aber auch an Haupt- und Ehrenamtliche anderer Institutionen. Macht also gerne in eurem Umfeld darauf aufmerksam oder kommt gemeinsam mit euren Mentees/ Mündeln!
Die Teilnahme an den Schulungen ist für Vereinsmitglieder kostenlos. Alle anderen bitten wir um eine Spende von 5€ pro Veranstaltung. Eine Kostenbefreiung ist nach Absprache möglich.

Für freuen uns über Anmeldungen für einzelne oder alle Veranstaltungen per Mail an info@fluchtraum-bremen.de oder telefonisch unter 0421-8356153. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.



Fluchtraum unterzeichnet Positionspapier zu Qualitätsstandards und guter Versorgung von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Die Versorgungsplanung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wird immer stärker vor dem Hintergrund „sinkender Fallzahlen“ (so der offizielle Ausdruck für die Tatsache, dass es immer mehr Geflüchtete nicht mehr schaffen, im Bremer Hilfesystem anzukommen bzw. aufgenommen zu werden) diskutiert. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass Erreichtes in der Versorgung und Begleitung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wieder zurückgefahren werden soll und der notwendige Ausbau von Hilfen immer schwerer durchzusetzen ist.

Seit nunmehr fast zwei Jahren treffen sich Fachleute aus den psychiatrischen Diensten, von freien Trägern der Jugendhilfe, von Beratungsstellen und niedergelassene Psychiater_innen und Psychotherapeut_innen regelmäßig zum Fachaustausch. Aus diesem Austausch ist das vorliegende Papier entstanden. Es bündelt die Erfahrungen der letzten Jahre in der Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen und beschreibt Qualitätsstandards, die aus Sicht der Fachleute notwendig sind, um die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu stärken bzw. zu erhalten. In einer ersten Runde wurde dieses Papier im vergangenen Oktober bei Ämtern und Behörden (Gesundheit und Soziales) sowie bei verschiedenen Akteuren und Kooperationspartner_innen im Bereich der Jugendhilfe verbreitet.

In einer zweiten Runde im Frühjahr diesen Jahres hat Fluchtraum Bremen das Positionspapier ebenfalls unterzeichnet.

Das Positionspapier finden Sie hier.


Erfolgreiche Spendenaktion "Run 45"

Emin da Silva läuft zugunsten von Fluchtraum 45 Stunden auf einem Laufband

Am 02. Februar 2018 ist die vom Extremsportler Emin da Silva initiierte Spendenaktion "Run 45" zu Ende gegangen. Zu seinem 45. Geburtstag lief der Extremsportler im Weserpark 45 Stunden auf einem Laufband und konnte Spenden für den Sportgarten und Fluchtraum Bremen e.V. sammeln.

Die zwei Laufbänder zu seiner Rechten und Linken waren nahezu immer besetzt. Bremer Sportler*innen und bekannte Persönlichkeiten wie Willi Lemke und Marco Bode von Werder Bremen oder der sechsmalige Marathonsieger Oliver Sebrantke liefen an seiner Seite, um ihn zu unterstützen. Auch Fluchtraum Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen ließen es sich nicht nehmen, für ein paar Minuten auf das Laufband zu springen. Schon nach kurzer sportlicher Betätigung wurde uns klar, wie anstrengend es sein muss fast zwei ganze Tage am Stück in Bewegung zu sein.

Dagmar Koch-Zadi und Claudia Schmitt-Alvarez von Fluchtraum Bremen im Gespräch mit Emin da Silva (Foto: Claudia Kunze)

Dagmar Koch-Zadi und Claudia Schmitt-Alvarez von Fluchtraum Bremen im Gespräch mit Emin da Silva (Foto: Claudia Kunze)

Als Emin da Silva dann nach fast zwei Tagen mit nur 45 Minuten Pause vom Laufband stieg, war die Aufmerksamkeit groß - trotz Erschöpfung und Schlafmangel beantwortete er  aufmerksam alle Fragen, nahm Blumensträuße entgegen und stieß mit einem Glas Sekt auf die erfolgreiche Aktion an.

Wir gratulieren Emin da Silva an dieser Stelle noch einmal für den erfolgreichen Abschluss seines Ausdauermarathons und bedanken uns herzlich für die gelungene Aktion im Weserpark.

Hier finden Sie zudem die Berichterstattung im Weserkurier und auf der Webseite von Emin da Silva.




Handlungsbedarf und Forderungen im Übergang Schule Beruf bei jungen Gefüchteten

Ergebnisse der Veranstaltung „Zukunft möglich machen“ vom 22.11.2017

Am 22.11.2017 fand im Domkapitelsaal die Veranstaltung „Zukunft möglich machen“ zur Situation von jungen Gefüchteten im Übergang Schule Beruf statt. Anwesend waren zahlreiche Fachpersonen aus Jugendhilfe, Beratung, Schule sowie junge Gefüchtete und ehrenamtliche MentorInnen und VormündInnen. Auf dem Podium saßen vier ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen: Sandra Pilster (BOSP Lehrerin an der ASB Walle), Claudia Jacob (Beraterin bei BIN), Jochen Kriesten (Leiter des Referates Ausbildung und Praktikum des AFZ) und Rebecca Karbaumer (ehrenamtliche Vormündin eines jungen Gefüchteten aus Guinea).
Anhand der Berichte der ReferentInnen und den Beiträgen des Fachpublikums konnten Bedarfe in den folgenden Bereichen ermittelt werden. Große Übereinstimmung herrschte in der Forderung nach einer strukturellen, ressortübergreifenden Lösung, die den jungen Gefüchteten eine Perspektive gibt und somit Zukunft möglich macht.

Die wesentlichen Punkte umfassen dabei sowohl Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitische als auch aufenthaltsrechtliche Bedarfe:

Das Recht auf Schulbildung über das 18. Lebensjahr hinaus.
Die Einführung eines Schulbesuchsrechts über das 18. Lebensjahr hinaus (nach bayrischem Modell) mit der Möglichkeit eine qualifzierte Berufsbildungsreife zu erlangen.

Ressourcenorientierte und qualifzierte Bildungsgänge ermöglichen.
Dazu gehört eine kontinuierliche Begleitung und eine quantitativ und qualitativ zuverlässige Struktur, die sich an den Bedarfen und Ressourcen der Jugendlichen orientiert, insbeondere im Bereich der Berufsschulen.

Aufenthaltsrechtliche Sicherheit während der schulischen als auch dualen Ausbildung schaffen. Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25.5 AufenthG auch für Maßnahmen im Übergang Schule Beruf, wie FSJ, FÖJ, BFD, Praktika sowie während der Dauer der Schul- und Ausbildung schaffen zusätzlich fnanzielle und gesundheitliche Stabilität. Ferner muss ein umfassendes Clearingverfahren für umF vorgeschaltet werden, um individuelle Bedarfe auf verschiedenen Ebenen ermitteln zu können.

Zugang zu Einstiegsqualifzierungen (EQ) erleichtern, Begleitung ermöglichen und die Schaffung von EQ-Plätzen stärker fördern
Dazu gehört der Abbau struktureller Hürden und die Förderung kleinerer Betriebe einerseits und die Durchsetzung der Ausbildungsumlage andererseits. Gekoppelt mit der Intensivierung der Unterstützung der EQ-Teilnehmenden, etwa durch Reha-Maßnahmen, fachsprachliche Förderangebote und Ausweitung der Beratung, führt dies zu quantitativen und qualitativen Verbesserungen.

Perspektive für alle jungen Gefüchteten schaffen
Bremen muss sich solidarisch und nicht nützlichkeitsorientiert zeigen. Vor allem denjenigen gegenüber, die aufgrund von unterbrochenen Lernbiografen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Lernschwächen o.ä. einen höheren Förderbedarf haben. Eine vorgeschaltete Kompetenzerfassung, eine Bedarfsorientierte Beratungsstruktur und eine Ressourcenorientierte Bildungs- und Ausbildungspolitik verbessern Bildungs und Integrationschancen der Gefüchteten und auch damit neue Perspektiven für die Stadt Bremen.

Die vollständigen und detaillierten Forderungen finden Sie hier.


Frohes  neues... Nichts:  Perspektiven  für  junge  Flüchtlinge  schaffen  statt gefährden - Jetzt verantwortlich handeln!

Gemeinsamer Appell von 19 Verbänden und Organisationen aus Jugend- und Flüchtlingshilfe

Die  Unterzeichnenden, darunter die  Jugendinitiativen  Careleaver  e.V.  und  Jugendliche  ohne Grenzen (JoG), appellieren an Politik und Verwaltung, unbegleitete Minderjährige auf dem Weg in die  Volljährigkeit  nicht  alleine  zu  lassen.  Systembedingt werden  zum  Jahreswechsel jugendliche Geflüchtete regelmäßig volljährig (gemacht). Werden sie  dann  sich  selbst  überlassen, drohen Destabilisierung, Schul- und Ausbildungsabbrüche und im  schlimmsten  Fall die Obdachlosigkeit. Die Weichen für gute Übergänge und funktionierende Anschlussversorgung müssen daher jetzt von Politik und den zuständigen Trägern gestellt werden.

Während junge Flüchtlinge als „jugendlich, männlich, Ausländer“ medial insbesondere im Kontext von Kriminalität thematisiert werden, ist wenig bekannt über die zahlreichen Hürden, mit denen junge Geflüchtete tagtäglich zu kämpfen haben. Unbegleitete Minderjährige gehören zu den besonders Schutzbedürftigen unter den Geflüchteten. Trotzdem werden ihnen, insbesondere seit dem Jahr des großen Flüchtlingszugangs 2015/2016, fundamentale Rechte vorenthalten: So wurde ihr Recht auf Elternnachzug massiv eingeschränkt und ihre Unterbringung und Versorgung in vielen Kommunen unterhalb geltender Standards der Jugendhilfe vielfach hingenommen.
 
Viele der damals als Jugendliche im Alter von 15 oder 16 Jahren eingereisten Geflüchteten werden nun volljährig, ein Großteil von ihnen zum 31.12. oder 1.1. – ein fiktives Geburtsdatum, das bei ungeklärtem oder nicht nachweisbarem Geburtstag behördlich festgelegt wird, ohne dass sich die jungen Menschen effektiv dagegen wehren könnten.
 
Vollständige Pressemitteilung lesen


Zeltunterkunft für Geflüchtete im Winter trotz Leerstand ?

Flüchtlingsrat und Fluchtraum fordern sofortige Schließung der Zeltunterkunft und eine bedarfsgerechte Unterbringung

Pressemitteilung vom 11.12.2017

Obwohl es in Bremens Unterkünften für Geflüchtete Leerstand und freie Zimmer gibt, leben etwa 70 junge Menschen in Großraumzelten. Gemeint ist die Notunterkunft in der Gottlieb-Daimler-Straße 4, die nun ohne bauliche Veränderungen überraschend zur dritten offiziellen Landesaufnahmeeinrichtung erklärt wurde.

Die Metallzelte stehen abgelegen in der Nähe der Stahlwerke in Oslebshausen und werden nur notdürftig durch ein Heizlüftungssystem gewärmt. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit vom Amt für Soziale Dienste nicht anerkannt wurde und die gegen die Ablehnung der Inobhutnahme vor Gericht geklagt haben. Sie wohnen dort bis über die Inobhutnahme endgültig entschieden wird und sie ggf. in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht werden können. Diese Zeltunterkunft, betrieben von der Inneren Mission, war monatelang eine Notunterkunft bevor sie nun umbenannt wurde. Baulich verändert hat sich nichts.

„Die Zelte sind sehr hellhörig und die Metallwände verbreiten jedes Geräusch im ganzen Zelt. Es ist unmöglich nachts zur Ruhe zu kommen. Dazu kommt das Gebläse der Heizlüftung“ so ein Jugendlicher aus dem Zelt. „Die Luft ist durch die Heizung so trocken, dass viele morgens mit Nasenbluten aufwachen. Wenn die Heizung ausfällt, ist es so kalt, dass morgens die Finger steif gefroren sind“ ergänzt Boubacar, ein anderer Bewohner der Unterkunft.
Fluchtraum Bremen e.V. und der Flüchtlingsrat Bremen fordern die sofortige Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße. „Die Bedingungen in der Gottlieb-Daimler-Straße sind katastrophal. Es ist völlig unverständlich, dass Bremen trotz des Leerstandes an der Unterbringung von Menschen in Zelten festhält und noch dazu potentiell Minderjährige dort unterbringt, die besonders schutzbedürftig sind“ sagt Anna Schroeder von Fluchtraum.
Marc Millies vom Flüchtlingsrat betont: „Die Verantwortlichen konterkarieren ihre Bemühungen, Schutzbedürftigen adäquaten Schutz zu bieten. Sollte es noch rechtlichen Klärungsbedarf bei den jungen Menschen geben, ist die dafür vorgesehene Clearingstelle einzubeziehen.“

Sollten Sie Interesse an einer Berichterstattung haben, stehen Ihnen sowohl Pressesprecher von Fluchtraum Bremen e.V. und vom Flüchtlingsrat als auch Jugendliche aus der Unterkunft für Interviews und Rückfragen zur Verfügung.



Video zum Sommerfest 2017

hier


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Beratungscafé für junge Geflüchtete

Fluchtraum bietet ab August 2017 an zwei Tagen ein „Beratungscafé für junge Geflüchtete“ in Kooperation mit dem Jugendhaus Buchte (Buchstraße 14/15) an:

mittwochs und donnerstags, 16.30 – 19.00 Uhr

Junge Geflüchtete bekommen im Beratungscafé Unterstützung und Beratung in Fragen zu Ausbildung und Beruf, Alltagsleben, rechtliche Fragen, Hilfestellung bei Anträgen und Behördenangelegenheiten.

Das Projekt wird gefördert durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen.



Gemeinsame Erklärung Bremer Bürgerinnen und Bürger gegen Abschiebungen

Pressemitteilung vom 07.04.2017

Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative, Equal-rights-for-all-Bündnis Bremen, Jugendliche ohne Grenzen, Friedensforum Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.

Am Mittwoch, den 05.04.2017 hat ein breites Bündnis aus den o.g. Bremer Initiativen und Organisationen zu einer Veranstaltung zum Thema „Von wegen sicher – Über die Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik“ eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf sehr große Resonanz in Bremen - rund 200 Bremer Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung. Durch die Beiträge der ReferentInnen wurde deutlich, dass die Konstruktion sogenannter sicherer Regionen in Afghanistan durch die Bundesregierung jeglichen Fakten und Informationen über die tatsächliche Sicherheitslage und Entwicklungen vor Ort widerspricht. „Afghanistan dient als Übungsfeld für den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan macht deutlich, dass dieser Kriegseinsatz nicht nur gescheitert ist, sondern dramatische Folgen für die ganze Region mit sich gebracht hat“ so die Referentin Claudia Haydt. So ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als vor dem Kriegseintritt der NATO 2001. Ein Eingeständnis dessen würde jedoch eine Neubewertung militärischer Interventionen erfordern. „Jeder afghanische Staatsangehörige, der heute abgeschoben wird, muss als Beweis dafür hinhalten, dass der deutsche Kriegseinsatz erfolgreich war“. Vor diesem Hintergrund sind Abschiebungen mehr als zynisch. Während die Bundesregierung für sich beansprucht, bundesdeutsche Interessen auch militärisch bis zum Hindukusch zu verteidigen, sollen die Folgen und Betroffenen dieser Politik aus dem Sichtfeld verschwinden.

Vor diesem Hintergrund haben die rund 200 Teilnehmenden der Veranstaltung eine gemeinsame öffentliche Erklärung abgegeben: Darin sprechen sie sich klar und deutlich gegen weitere Abschiebungen aus – sei es auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Abschiebungen widersprechen grundlegend jedem humanitären Anspruch und verstoßen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit eines und einer jeden.


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