Wo und wie leben sie?

Aktuelle Zahlen

Derzeit leben etwa 2600 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Bremen, nur 4 % davon sind Mädchen. Momentan werden (fast) alle Neuankommenden bundesweit umverteilt (weiteres hier). In Deutschland leben momentan ca. 60 000 unbegleitete Jugendliche.

Schritte der Aufnahme und Unterbringung

Nach ihrer Ankunft durchlaufen die Jugendlichen verschiedene Schritte der Aufnahme und Unterbringung:
 

Erstaufnahme
Identitätsprüfung, Alterseinschätzung, Gesundheitscheck

UMVERTEILUNG

Inobhutnahme durch Jugendamt
Clearingprozess
Bestimmung einer Vormundschaft
Unterbringung
Beschulung

Erstaufnahme und Umverteilung

Zunächst landen alle unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in der Erstaufnahme. In den ersten zwei Wochen nach der Ankunft müssen sie polizeiliche Identitätsprüfung, eine Alterseinschätzung beim Jugendamt und einen Gesundheitscheck durchlaufen. Danach wird entschieden, ob sie in ein anderes Bundesland umverteilt werden oder nicht.

Inobhutnahme und Clearingprozess

Die Jugendlichen werden durch das Jugendamt (in Bremen oder in einer anderen Stadt) in Obhut genommen. Ein anschließender Clearingprozess klärt den Jugendhilfebedarf (nach Kinder- und Jugendhilfegesetz SGB VIII))

Fluchtraum organisierte im Oktober 2013 den Fachtag „Clearing-Verfahren für UMF“ mit. Die Dokumentation zum Fachtag finden Sie hier. Eine Zusammenfassung der Forderungen an ein Clearing-Verfahren können Sie hier nachlesen. Seit Herbst 2014 existiert in Bremen das Clearinghaus Bahia, das Platz für 35 Jugendliche bietet.

Vormundschaft

Junge Geflüchtet müssen umgehend nach der Inobhutnahme eine rechtliche Vertretung, einen Vormund bekommen. In der Regel wird eine Amtsvormundschaft bestimmt, Mitarbeiter vom Jugendamt übernehmen die rechtliche Sorge. Ausdrücklich gewünscht ist, dass Einzelpersonen (Ehrenamtliche) die Vormundschaft übernehmen.

Unterbringung

Nach dem Clearingprozess werden die Jugendlichen in einer Folgeeinrichtung untergebracht, in der sie (im Regelfall) bis zur Volljährigkeit untergebracht sind und von Sozialpädagogen/innen im Alltag betreut werden. Einzelne Jugendliche werden auch in Pflegefamilien oder bei geeigneten Personen untergebracht.

Beschulung

Alle unter 18-jährigen sind in Bremen schulpflichtig. Vorrangig ist das Erlernen der deutschen Sprache; dafür besuchen sie ein bis zwei Jahre Vorklassen und Deutschkurse. Danach werden die Jugendlichen je nach Vorbildung, Kenntnissen und Interessen in Bremer Schulen oder in andere berufsbildende Maßnahmen – z.B. Einstiegs­qualifizierungs­maßnahmen (EQ), übergeleitet.

Bremen gewährt den Jugendlichen eine Ausbildungsperspektive durch den sog. „Bremer Erlass“ (Erlasse zum Ausländerrechte). Sie können ihren Bildungs- und Ausbildungsweg in Bremen abschließen, ohne Angst vor einer Abschiebung zu haben. Für geduldete Jugendliche – auch für Arbeitgeber, die ihnen einen Ausbildungsplatz anbieten - ist das besonders wichtig.

Fluchtraum führte im Sommer 2013 eine Studie zur Beschulungssituation der umF in Bremen durch. Hier (Verlinkung) kann sie angeschaut werden. Eine Fortsetzung der Studie wurde 2015 in Kooperation mit der Uni Bremen durchgeführt (-> Hier)

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