Prominenter Einsatz für junge Geflüchtete

Spendengala von Fluchtraum e.V. erfreut sich großer Resonanz

Ein buntes Programm konnten die Besucherinnen und Besucher der Spendengala von Fluchtraum e.V. am Sonntag, den 26.11.2017 an Bord des Bremer Theaterschiffs genießen. Zahlreiche Prominente versammelten sich, um gemeinsam für den guten Zweck zu lesen, zu diskutieren, zu tanzen und zu musizieren. Der Eintritt zur Gala war für die Gäste kostenlos – viele ließen jedoch die Gelegenheit nicht aus, sich mit einer Spende an den Verein Fluchtraum e.V. für den gelungenen Abend zu bedanken. Auf diese Weise kam eine stolze Summe von 3700 Euro zusammen, die es dem Verein ermöglicht, sein Engagement für junge Geflüchtete in Bremen weiter fortzusetzen.

Der Auftakt des Abends: Astrid Schulz und Ousman Manneh

Auftakt des Abends bildete eine berührende Lesung der Schauspielerin Astrid Schulz, die aus dem Roman „Im Meer schwimmen Krokodile“ des italienischen Schriftstellers Fabio Geda las. Das Buch, das die Fluchtgeschichte eines afghanischen Jungen erzählt, bildete den perfekten Einstieg in das Thema des Abends.

Für viele der jungen und fußballbegeisterten Gäste war Werder-Spieler Ousman Manneh das Highlight des Abends. Der junge Fußballspieler gab in einer Gesprächsrunde Einblick in seinen Alltag als Profi bei Werder Bremen, seinen Umgang mit Niederlagen sowie seine sportlichen Anfänge in seinem Heimatland Gambia. In der anschließenden Pause nutzten viele Gäste die Gelegenheit, dem Fußballer persönlich zu begegnen, sich ein Autogramm abzuholen oder für ein gemeinsames Foto zu posieren.

Wie es weiter ging: Michael Jentzsch, Ulrike Knospe, Theresa Rose und Annelie Keil

Im zweiten Teil des Abends erzählte und spielte der Bremer Lehrer Michael Jentzsch zwei liberianische Tierfabeln in liberianischem Englisch (auch „broken english“ oder „pidgin english“ genannt). Er verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Liberia und erinnert sich heute als Erwachsener an die Geschichten, die vor dem Krieg von weisen Geschichtenerzählern am Lagerfeuer erzählt wurden, um Kindern moralische Tugenden beizubringen. Von ihm konnten die Zuhörer auf sehr humorvolle Art lernen, warum Schildkrötenpanzer rissartige Linien haben und warum Hunde gerne die Schwänze von anderen Hunden beschnuppern. Jentzsch hat inzwischen eine große Fangemeinschaft in der liberianischen Community, die seine Kunstfigur, den weißen traditionellen Geschichtenerzähler, sehr schätzt.

Ebenfalls sehr eindrücklich lasen die beiden Schauspielerinnen der bremer shakespeare company, Ulrike Knospe und Theresa Rose, Texte von Else Lasker-Schüler, Bertolt Brecht und Walter Benjamin. „Das Phänomen der Flucht und Vertreibung ist so alt wie die Menschheit selbst. Unser Beitrag ist eine Erinnerung, dass vor nicht allzu langer Zeit Millionen Menschen aus Deutschland fliehen mussten und auf die Hilfe des Auslands angewiesen waren und eine Hommage an die drei Autoren, die alle Flüchtlinge waren“, erklärten die Schauspielerinnen.

Von ihren persönlichen Fluchterfahrungen berichtete die Sozial- und Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil, die im jungen Alter von sechs Jahren gemeinsam mit ihrer Mutter vor der heranrückenden Roten Armee in den Westen floh, jedoch von russischen Soldaten gefangen genommen wurde und zwei Jahre in Kriegsgefangenschaft verbringen musste.

Last but not least: Florian Schmitz, Soumar Abdullah und Jean-Baptiste Gama

Den krönenden Abschluss des Abends bildete die Lesung des Autorenpaars Florian Schmitz und Soumar Abdullah aus dem gemeinsamen Buch „Erzähl mir von Deutschland, Soumar“. Darin beschreiben die beiden mit viel Humor und Selbstreflektion ihre ersten Begegnungen miteinander, die kleinen Stolperfallen interkultureller Begegnungen und ihre unterschiedlichen Bilder und Eindrücke von Deutschland – Florian Schmitz als Aus- und Soumar Abdullah als Einwanderer.

Musik- und Tanzeinlagen von Jean-Baptiste Gama rahmten und belebten den Abend und luden das Publikum zum Mittanzen, -klatschen und -trommeln ein. Insgesamt war der Abend ein buntes Portfolio an Geschichten, Gedanken und Eindrücken rund um das Thema Flucht, das mal laut, mal leise, mal nachdenklich, mal heiter, das Publikum rührte und bewegte und die Organisatorinnen und Organisatoren von Fluchtraum sehr zufrieden stimmte. „Es wird sicher nicht die letzte Spendengala sein, die Fluchtraum veranstaltet“, bestätigte auch Claudia Schmitt als Vorstandsvorsitzende glücklich.

Wir möchten unseren Spender*innen ganz herzlich danken

Wir danken allen Spender*innen: Claudia Kunze, Heide und Klaus Schürmann, Dagmar Koch-Zadi, Detlev Busche, Karl- Theodor von der Marwitz, Heide Sölter, Rita Peichl-Mohr, Norbert Rüppel, Kerstin und Matthias Heil, Elisabeth Lanwer-Eilers, Marion und Hajo Edzards, Claudia Schmitt-Alvarez, und Miguel Angel Alvarez-Rodriguez, Odette Richter, Christine Bohlken, Bonnie Fenton, Monika und Jacob Holstermann, Luisa Josa Chamorro und Petrus Hoedemaker, Michael Reif, Birgit Reif, Silke Gunkel, Heide und Klaus Schürmann und Susanne Stehr-Murmann.

Desweiteren möchten wir uns bei allen Spender*innen vom team neusta bedanken: Ismal Gök, Michael Mayhaus, Jan Hendschke, Stefan Trenkel, Ahrlich Böttcher (Programmierungen GmbH & Co. KG), Alexandra Schiemann, Dirk Reuschling, Rouven Freund und Stefan Niemeyer.

Fotogalerie

Fotos: Claudia Kunze. Alle Fotos vergrößern sich auf Mausklick.