Aktuelles und Presse

„Wir haben uns einige Fragen gestellt…“

Film + Diskussion

am Montag, den 17. Juni 2019, 18-19:30 Uhr im Kapitel 8, Domsheide 8

Bremen, den 06.06.2019.

Was ist Integration? Warum wird so viel so schlecht über Geflüchtete geredet? Was müssen Geflüchtete tun, um sich zu integrieren? Mit diesen existenziellen Fragen haben sich sechs junge Menschen mit Fluchterfahrung im Projekt „WE, THE FUTURE“ auseinandergesetzt. Dabei ist ein bemerkenswerter Film entstanden, der am Montag, den 17. Juni 2019 um 18 Uhr im Rahmen der Finissage der Ausstellung „Resonanzen“ im Kapitel 8 gezeigt wird. Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Podiumsdiskussion mit den jungen Filmemachern und Vertreter*innen von CDU, SPD, Grünen, FDP und der AfD zum Thema Integration statt.

Mehr zu dem Projekt und der Veranstaltung am 17. Juni hier.

WE, THE FUTURE - Wissen

Workshops für junge Menschen mit Fluchterfahrung (bis 27 Jahre)

Unsere Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. geht in die nächste Runde. Unter dem Titel "WE, THE FUTURE - Wissen" bieten wir im Juni zwei Workshops an:

WE, THE FUTURE Wissen

Am Freitag, den 28. Juni, findet der Workshop
"Rassismus - Du erlebst es, ich weiß, ich auch!"
mit Sunny Omwenyeke vom Bremen Solidarity Centre (BreSoC) e.V. statt.

Und am Samstag, den 29. Juni, laden wir unter dem Motto
"Wie finde ich meinen Weg in Deutschland?" zu einem Austauschnachmittag ein.
Junge Menschen, die selber vor einigen Jahren als junge Geflüchtete nach Bremen gekommen sind, berichten von ihren Erfahrungen zu Themen wie Deutsch lernen, Schule, Erwachsenenschule, außerschulische Bildung/Vernetzung, Ausbildung und Arbeit.

Wir freuen uns wenn ihr junge Menschen, die ihr begleiter, auf die Workshops aufmerksam macht.
Mehr Informationen zu Zeiten, Ort und Anmeldung findet ihr hier.

Widerrufsverfahren – Was heißt das und was tun? 

Info-Blatt zu Widerrufsverfahren des BAMF (Stand Mai 2019)

Uns erreichen aktuell viele Beratungsanfragen zu den vom BAMF angestoßenen Widerrufsverfahren, die sich in den meisten Fällen auf einen möglichen Widerruf des subsidiären Schutzes von jungen Menschen aus Afghanistan beziehen.

Diese Arbeitshilfe von Fluchtraum Bremen e.V. gibt einen ersten Überblick und ermöglicht die Einordnung eines Briefes vom BAMF.

Austauschtreffen am Dienstag, den 18. Juni 2019

Austauschtreffen

Austauschtreffen für Mentor*innen und Vormund*innen
am Dienstag, den 18. Juni um 18 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus, in der 3. Etage
Wir laden alle Mentor*innen und Vormund*innen herzlich zum Sommer-Austausch-Treffen ein. Was erlebst du in deinem Engagement? Welche Tipps möchtest du weitergeben?
Andere Ehrenamtliche und wir freuen uns auf den Austausch mit dir.
Für Getränke und eine kleine Stärkung ist gesorgt.

Spende von ArcelorMittal an Fluchtraum Bremen e.V

Spendenübergabe Arcelor Mittal

Am 2. Mai kam Frau Müller-Achtenberg (Leiterin Unternehmenskommunikation ArcelorMittal Bremen) mit 3 Kolleg*innen zu uns ins Büro und hat uns einen Scheck in Höhe von 2.000,00 € (aus der Aktion Restcent) überreicht.
Wir danken Arcelor Mittal dafür, dass sie unser Engagement für junge Geflüchtete unterstützen.

Eindrücke vom gemeinsamen Fastenbrechen

Gemeinsames Fastenbrechen

Am Freitag, den 24. Mai haben wir mit Jugendlichen aus dem Beratungscafé, dem Bremer Jugendring, Flüchtling für Flüchtling, dem Guineischen Verein für Integration und Bildung in Deutschland und dem Somalischen Verein ein gemeinsames Fastenbrechen im Freizi Findorff gefeiert. Es gab gutes Essen für ca. 60 Leute, die die beteiligten Vereine eingeladen hatten.

Mehr Eindrücke findet ihr auf der Facebook-Seite von Flüchtling für Flüchtling - schaut doch mal rein.

Beteiligt euch am zweiten Kinderrechtereport!

Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahre sind aufgerufen, sich am zweiten Kinderrechtereport für den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes zu beteiligen.
Füllt diesen Fragebogen aus, und eure Meinungen und Erfahrungen dazu, ob und wie  Kinderrechte in Deutschland eingehalten werden, werden Teil des Berichts, den die National Coalition Deutschland an die UN weitergibt.

Broschüre „Junge Geflüchtete beim Übergang ins Erwachsenenleben begleiten“

Broschüre Junge Geflüchtete Begleiten

Für Fachkräfte und Ehrenamtliche in der Arbeit mit jungen Geflüchteten bietet unsere neue Broschüre „Junge Geflüchtete beim Übergang ins Erwachsenenleben begleiten“ eine interessante Orientierungshilfe. Auf 56 Seiten werden Hintergrundinformationen und praxisnahe Anregungen zu relevanten Themen der Übergangsbegleitung dargestellt. Die Broschüre ist im Rahmen des Projekts "Gewinnung ehrenamtlicher Vormundschaften - eine Chance für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge" entstanden. Das Projekt wurde vom Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. mit Förderung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSF) seit 2016 durchführt.
Fluchtraum Bremen e.V. hat als Kooperationspartner im Projekt von Juli 2017 bis Dezember 2018 mitgearbeitet und seine Erfahrungen und Expertise aus der Begleitung von jungen Geflüchteten eingebracht. Ausgehend von Interviews mit ehemaligen Einzelvormund*innen, mit Fachkräften aus der Sozialen Arbeit und mit jungen Geflüchteten, anhand der wissenschaftlichen Begleitung unserer Arbeit mit Ehrenamtlichen und jungen Geflüchteten wurden Gelingensbedingungen für gute Übergangsbegleitung identifiziert und praktische Handlungsempfehlungen entwickelt.
Die Broschüre ist gegen eine Schutzgebühr von 3,00 € zzgl. Versandkosten beim Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. erhältlich.

 

Neuer Info-Kanal für junge Geflüchtete von Fluchtraum Bremen e.V.

Schaubild Infokanal

Mit dem Infokanal informieren wir junge Geflüchtete über Neuigkeiten, Veranstaltungen, regelmäßige Angebote aus den Bereichen Freizeit, Bildung und Arbeit, Aufenthalt und Politik. Die Informationen sind meistens in deutscher Sprache. Der Infokanal ist ein Whatsapp-Broadcast. Das bedeutet: Wir schicken die gleiche Nachricht per Whatsapp an alle, die sich für den Infokanal angemeldet haben. Es ist möglich über Whattsapp in einer privaten Nachricht zu antworten. Wenn du Fragen zu den Informationen hast, ruf uns am besten an oder komm in unser Beratungscafé. Dort können wir deine Fragen besser besprechen.
Wie meldest du dich per Whatsapp an? Du schickst uns eine WhatsApp (0160 320 30 88). Wir schicken dir unseren Datenschutzinformationen und bitten dich mit „ok“ zu bestätigen. Du bestätigst mit „ok“.

Bericht: Quo vadis Migrationspolitik?

Bei unserer Mitmach-Diskussion "Quo vadis Migrationspolitik?" am 10. Mai in der Zions-Gemeinde, hat zunächst Holger Dieckmann vom Flüchtlingsrat Bremen einen Kurz-Vortrag zu Entwicklungen in der Bremer und europäischen Migrationspolitik in den letzten Jahren und im Ausblick gehalten. Seine Quintessenz: Wir befinden uns in Bezug auf migrationspolitische Ansätze weiterhin in einer Spirale aus Delegitimierung, Entrechtung und Ausgrenzung.
Vortrag Flüchtlingsrat
Anschließend haben wir anlässlich der anstehenden Wahlen gefragt:
Wo siehst du den größten Handlungsbedarf in Sachen Migrationspolitik? Was sollen die zukünftigen politischen Entscheidungsträger*innen in Bremen und der EU anpacken und ändern?
Diskussion der Teilnehmer*innen

Wir haben intensiv miteinander diskutiert und parallel wurden per digitaler Umfrage wurden Meinungen und Statements zusammengetragen.
Hier ein Ausschnitt unserer Ergebnisse:
Ergebnisse der Umfrage mit Mentimeter

Spendenaufruf des Bündnisses Together We Are Bremen

Together We Are Bremen

Das Bündnis Together We Are Bremen (ehemals Bündnis zur Schließung der Gottlieb Daimler Straße) kämpft seit zwei Jahren dafür, dass junge Geflüchtete in Bremen eine dauerhafte Perspektive bekommen. Sie rufen dazu auf, sich mit Daueraufträgen an der Finanzierung des politischen Kampfes und der Unterbringung und den Lebenshaltungskosten von Aktivisten zu beteiligen.
Mehr zu der Spendenkampagne findet ihr auf der Webseite von Together We Are Bremen.


Mittelmeer: Über 250 Organisationen fordern Angela Merkel zum Handeln auf

Auch unser Spitzenverband, der Paritätische Bremen, beteiligt sich im April an einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Merkel:
"PRO ASYL, Ärzte ohne Grenzen, Amnesty International, Sea-Watch, Seebrücke, Der Paritätische, Diakonie, Caritas, Brot für die Welt, Misereor, der Deutsche Gewerkschaftsbund und die vielen weiteren unterzeichnenden Organisationen kritisieren: "Wir sind erschüttert angesichts der gegenwärtigen europäischen Politik, die immer stärker auf Abschottung und Abschreckung setzt – und dabei tausendfaches Sterben billigend in Kauf nimmt. Die Pflicht zur Seenotrettung ist Völkerrecht und das Recht auf Leben nicht verhandelbar.""
Mehr zum offenen Brief hier.

„Bremen kennenlernen“


Aktivitäten und Ausflüge ausgehend vom Beratungscafé

Anfang April ist unser neues Projekt „Bremen kennenlernen“ gestartet. Es ermöglicht männlichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus dem Beratungscafé Bremen besser kennenzulernen und neue Einblicke in die Stadtgesellschaft zu gewinnen. Begleitet werden sie dabei von Freiwilligen.
Von Anfang April bis Ende Oktober 2019 werden ausgehend vom Beratungscafé 9 begleitete Ausflüge angeboten. Die Auswahl der Aktivitäten erfolgt gemeinsam mit jungen Geflüchteten, die ihre Interessen und Ideen einbringen.
Erfahrungsgemäß gibt es für junge Geflüchteter in der Wahrnehmung ihrer Teilhabemöglichkeiten viele Hürden: Zugang zu Informationen finden, eingeschränkte finanzielle Lage, räumlicher Zugang (Wo und wie finde ich Zugang zu den Angeboten?) und Erfahrungen von Rassismus.
Die Ziele des Projekts sind vor diesem Hintergrund: Stärkung von Partizipation und Teilhabe in Bremen durch gemeinsame Besuche von Freizeit-, Kultur- und Bildungsveranstaltungen; Verbesserung der Kenntnisse und des Verständnisses der Arbeit von verschiedenen Akteuren, Trägern und Vereinen in Bremen; Kennenlernen von neuen Orten, Austausch mit anderen Menschen, Förderung von Begegnung und Erweiterung des Bewegungsradius; Kennenlernen von Teilhabestrukturen und Möglichkeiten mit zu gestalten und selbst aktiv zu werden.
Am letzten April-Wochenend fand der erste gemeinsame Ausflug statt – es ging zum Spiel der Eisbären Bremerhaven gegen die BG Göttingen in der Bremer ÖVB-Arena. Es war ein spannendes Spiel, mit guter Stimmung und alle  haben mitgefiebert – so kann Bremen kennenlernen weitergehen.
Gefördert wird das Projekt von der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport im Rahmen des Stadtteilfonds.

Ehrenamt ist attraktiv!

Mit der Ehrenamtskarte erhalten Freiwillige Vergünstigungen.

Ehrenamtskarte und Fluchtraum-Flyer

Immer zum 15.03. und 15.09. eines Jahres können Freiwillige, die bereits drei Jahre ehrenamtlich aktiv sind und ca. 5 Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr Zeit in ihr Engagement investieren, die Ehrenamtskarte beantragen. Mit der Ehrenamtskarte gibt es in Bremen vergünstigte Eintrittspreise, z.B. in Mussen, Theatern usw. Wir unterstützen Sie dabei und füllen gerne mit Ihnen zusammen diesen Antrag für die Ehrenamtskarte aus. Weitere Informationen zur Ehrenamtskarte sind auf der Seite zum Bürgerengagment der Stadt Bremen zu finden.

No Pressure?!  - Wie geht Bildung für alle?

Veranstaltung

Am Freitag, den 01. März, diskutierten der Bremer Jugendring, Fluchtraum Bremen e.V., der Guineische Verein für Integration und Bildung, der Somalische Verein, der GambiaVerein und das Projekt „Refugee for refugee“ mit jungen Politiker*innen aus Bremen darüber, was Bildung eigentlich ist und wie gute Bildung aussehen kann. Einen Bericht über die Veranstaltung findet ihr auf der Website des Bremer Jugendrings.

Stellungnahme von Fluchtraum Bremen e.V. zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz vom 19.12.2018

Mit dem Kabinettsbeschluss des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und des Gesetzes über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung könnten sich ab 2020 deutliche Verschlechterungen für das Leben und die Perspektive von (jungen) Geflüchteten in Deutschland ergeben. An verschiedenen Stellen werden durch diesen Gesetzesentwurf Verbote ausgeweitet, Regelungen verschärft und Personengruppen wie Schüler*innen und Studierende von aufenthaltsrechtlichen Perspektiven ausgenommen. Aus unserer Sicht werden so funktionierende Bildungskarrieren und Entwicklungschancen sowie Ausbildungszugänge und -wege für junge Menschen aktiv verbaut. Unsere umfassende Stellungnahme zu den im Dezember 2018 verabschiedeten Gesetzesentwürfen geht auf diese Punkte vertiefend ein. Darüber hinaus empfehlen wir zur weiteren Lektüre die gemeinsame Stellungnahme vom Paritätischen Gesamtverband, PRO ASYL und weiteren Verbänden, die hier abrufbar ist, sowie die Stellungnahme des Bundesfachverbandes unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V., die ihr hier findet. Dabei ist zu beachten, dass sich die beiden letzten Stellungnahmen auf den Referentenentwurf zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz (Stand: November 2018) beziehen und die anschließenden Änderungen gegenüber des am 19.12.2018 verabschiedeten Entwurfs nicht berücksichtigen.

Fachpublikation Ehrenamtliche Einzelvormundschaften ausweiten

Unser Kooperationspartner Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. hat eine "Arbeitshilfe für Fachdienste, die sich aktiv mit der Implementierung ehrenamtlicher Vormundschaften beschäftigen" möchten veröffentlicht. In 9 Schritten wird beschrieben, wie interessierte Träger eine Begleitung von ehrenamtlichen Einzelvormund*innen auf- und ausbauen können. Hier könnt ihr die Broschüre herunterladen.

Gemeinsames Statement "Nein zur Armutsgarantie Ausbildung!"

Auszubildende mit Fluchterfahrung brauchen aufenthaltsrechtliche und finanzielle Sicherheit

Sichere Ausbildung jetzt

Im August und September 2018 haben wir uns mit Mitstreiter*innen zu drei Aktionstreffen zum Thema "Sichere Ausbildung" getroffen. Herausgekommen ist ein gemeinsames Statement, das 13 Institutionen und 70 Einzelpersonen unterzeichnet haben. Hier geht es zum gemeinsamen Statement.

Auch die TAZ widmet sich dem Thema und unseren Forderungen und berichtet im Artikel "Arbeit ja, Unterhalt nein" vom 25.10.2018 über einen Bremer Fall.

Neuer Film von Fluchtraum Bremen e.V. zu Mentor*innen in Bremen

Film über Mentor*innen

Dieser Film entstand in einem Projekt mit dem Bremer Jugendring - technische Unterstützung bekamen wir von "Vomhörensehen"!

Nachbarschaftsprojekt in Horn-Lehe

Jugendbegegnung in der Evangelischen Gemeinde mit viel Spaß gestartet

Seit Anfang September sind fünf Jugendliche, die bei uns auf der Warteliste für eine Mentorenschaft stehen oder unser Beratungscafé besuchen, Teil einer Jugendgruppe in der evangelischen Kirchengemeinde Horn. Die schon länger bestehende Gruppe 17 bis 20-Jähriger aus der Gemeinde Horn hatte junge Geflüchtete von Fluchtraum eingeladen, bei ihrer wöchentlich stattfindenden „Teestube“ mitzumachen - für beide Seiten eine Chance, sich zu begegnen und gemeinsam Freizeit zu verbringen. An zwei Mittwochnachmittagen wurde bisher zusammen gekickert, Billiard gespielt, gekocht, gebacken und über die Schule gelästert. Außerdem gab es einen gemeinsamen Stadionbesuch zum Spiel Werder Bremen gegen Hertha BSC Berlin und gemeinsames Schlittschuhlaufen im Paradise. Um den Einstieg in die neue Gruppe zu erleichtern, begleitet ein Teammitglied von Fluchtraum die Jugendlichen in den ersten Monaten zu den gemeinsamen Aktivitäten. Jetzt sind erstmal alle in den verdienten Herbstferien aber danach ist schon die nächste gemeinsame Teestube mit Kürbisschnitzen und Kürbissuppe geplant.

 

WE, THE FUTURE

Ein Workshop, der bewegt

Unter dem Titel „WE, THE FUTURE“ ging im Oktober bei uns die allererste Zukunftswerkstatt für Jugendliche und junge Erwachsene in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. an den Start. Das Ziel: den jungen Menschen die Chance eröffnen, ihre Stimme zu erheben, ihre Anliegen zu formulieren und sie in die Öffentlichkeit zu tragen. Das Besondere an dem Projekt: Bereits an der Planung des Workshops waren die jungen Menschen beteiligt und aufgefordert, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen.

Die Zukunftswerkstatt begann – wie üblich – mit der Kritikphase: Die zehn Jugendlichen sammelten alle negativen Dinge, die sie mit ihrem Leben in Deutschland verbinden. Stark im Vordergrund stand hier das Erleben von Rassismus und Diskriminierung in quasi sämtlichen Lebenslagen, die Darstellung von Geflüchteten in den Medien und den politischen Diskurs über geflüchtete Menschen. Im nächsten Schritt entwarfen die jugendlichen Teilnehmer einen Gegenentwurf zu ihrer Kritik – ihre Utopie – und überlegten dann im dritten Schritt, welche Projekte sie gerne in Angriff nehmen würden, um selbst etwas zu dieser Utopie beizutragen. Aus den vielen bunten Ideen wurde schließlich ein Videoprojekt zum Sieger gekürt. Hoch motiviert starteten die jungen Teilnehmer mit diesem Videoprojekt bereits zwei Wochen später. Dank der spontanen und großzügigen Unterstützung durch die Medienwerkstatt des Kulturzentrums Schlachthof bekamen die Jugendlichen mehrere Kameras, Mikrofone und einen Medienpädagogen an die Seite gestellt und begannen mit der Auseinandersetzung mit der komplizierten Technik und dem Ausloten des Themenbereichs. Klar war: Die Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung, aber auch die verschiedenen Vorstellungen von Integration sollten im Vordergrund stehen.

Zukunftswerkstatt We, the future

Beim nächsten Treffen wird es dann ganz konkret: Neben Straßen-Interviews wollen sich die Jugendlichen gegenseitig interviewen, aber auch Politiker*innen zum Dialog laden. Wir sind schon ganz gespannt auf die filmischen Ergebnisse des Projekts und halten euch selbstverständlich über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden! Falls ihr noch junge Menschen kennt, die Lust haben, mitzumachen, meldet euch gerne bei Katharina unter mild@fluchtraum-bremen.de 

Die Zukunftswerkstatt wird unterstützt durch die Medienwerkstatt im Kulturzentrum Schlachthof - Vielen Dank!

Schlachthof-Logo

Mitgliedschaft im Paritätischen Bremen

Mitgliedschaft im Paritätischen Bremen

Seit dem 01.09.18 ist Fluchtraum Mitglied im Paritätischen Bremen. Der Paritätische Bremen ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und Dachverband für Organisationen, die soziale Arbeit in Bremen und Bremerhaven leisten. Insgesamt sind über 200 Mitgliedsorganisationen im Paritätischen Bremen. Die Mitgliedschaft bringt uns als Verein Vorteile in den Bereichen der Netzwerkarbeit und der Einwerbung von Fördermitteln. Außerdem können wir als Mitgliedsverein Beratungsleistungen zu verschiedensten Themen, wie Antragsberatung, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsentwicklung, in Anspruch nehmen. 

Hier kommt ihr zur Website des Paritätischen Bremen.

Impressionen unseres Sommerfests 2018

Live-Musik beim Sommerfest (Foto: Annette Staack)

Am 31.08. feierten wir bei Sonnenschein und Live-Musik unser diesjähriges Sommerfest.

Engagierte, Jugendliche, das Fluchtraum-Team und Gäste aus befreundeten Vereinen und der Politik führten angeregte Gespräche und ließen sich das leckere Buffet schmecken.

Hier gibt es Bilder und unseren Rückblick.

 Zivile Seenotrettung stärken - sichere Häfen schaffen

Fluchtraum unterzeichnet Bremer Aufruf zum Flüchtlingsschutz

Initiiert vom Projekt Seehilfe e. V. haben wir gemeinsam mit anderen Bremer Vereinen, Institutionen und Initiativen eine Petition gestartet, denn Solidarität darf nicht an Grenzen enden!

Die Petition unterzeichnen

Auch der Weser Kurier berichtet. 

„Weser Kurier“ berichtet über das Beratungs- und Begegnungszentrum

Am Mittwoch, den 18.07.18 besuchte Kristin Hermann vom Weserkurier unser Beratungscafé im Jugendhaus Buchte und sprach mit Lea Böhme (Team Fluchtraum) und Claudia Schmitt (Vorstand) über unsere Pläne für das BBZ.

Den ganzen Artikel, der prominent am Sonntag, den 22. Juli 2018 im Weserkurier erschien, findet ihr hier.

Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2018    

Senatorin Anja Stahmann zu Besuch bei Fluchtraum Bremen e.V.

Besuch Frau Stahmann im Beratungscafé 1

Im Beratungscafé sitzen junge Geflüchtete aus Afghanistan, Iran, Syrien und Westafrika. Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen von Fluchtraum Bremen e.V. und Ehrenamtlichen bereiten sie Bewerbungen für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz vor, beantworten Behördenschreiben, lernen Deutsch oder klönen bei einer Tasse Tee. Im Beratungscafè engagieren sich auch junge Erwachsene mit Fluchtgeschichte als Sprach- und Kulturmittler.

Der Besuch von Senatorin Anja Stahmann ist der offizielle Auftakt für das „Beratungs- und Begegnungszentrum für junge Geflüchtete“, das Fluchtraum Bremen e.V. mit institutioneller Förderung der Sozialbehörde aufbauen wird. Im Gespräch mit den Vorstandsvorsitzenden Claudia Schmitt und Detlev Busche und der Leiterin des Vereins Dagmar Koch-Zadi berät sie heute die wichtigen Schritte. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Jugendamt/Casemanagement und insbesondere die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. 

Fluchtraum Bremen e.V. engagiert sich seit 2004 für junge Geflüchtete und vermittelt Ehrenamtliche als Mentor*innen und Einzelvormund*innen. Dank dieses Engagements sind viele Jugendliche gut in Bremen angekommen, besuchen die Schule oder eine Ausbildung, leben in der eigenen Wohnung und sind in Sportvereinen oder in kulturellen Einrichtungen aktiv.

Aus den Minderjährigen sind inzwischen junge Volljährige geworden, die mit Auslaufen der Jugendhilfe oft allein vor den Herausforderungen des Erwachsenwerdens stehen: in der eigenen Wohnung leben, eine Ausbildung erfolgreich bestehen, Kontakte zu jungen (Alt)Bremer*innen finden, den Alltag zu gestalten. Um den Übergang in die Selbständigkeit zu unterstützen, hat Fluchtraum Bremen e.V. in enger Abstimmung mit der Sozialbehörde, Jugendamt, Casemanagement, mit Jugendhilfeeinrichtungen und Akteuren der offenen Jugendarbeit in Bremen sein Konzept für das Beratungs- und Begegnungszentrum entwickelt. Dank der institutionellen Förderung durch die Sozialbehörde kann der Verein jetzt das Zentrum aufbauen.  

Im Austausch mit Younes Mohamadian und Tarek Mezal, die sich beide ehrenamtlich im Beratungscafè engagieren, wird deutlich, dass Frau Stahmann an deren Sorgen und Wünschen „nah dran“ ist und diese ernstnimmt. Auch die Frage von Fluchtraum Bremen e.V. nach geeigneten Räumlichkeiten greift sie auf und gibt nützliche Tipps.  Der Besuch zeigt eindrucksvoll, dass die Sozialsenatorin bürgerschaftliches Engagement für die Integration Geflüchteter gezielt fördert und nachhaltig unterstützt.

Bremen, den 24.06.2018

Dagmar Koch-Zadi

Foto: Annette Staack

Radiobeitrag in Radio Bremen, COSMO am 17. Juni 2018

Mit dem Reporter Cengiz Tarhan haben Younes und seine Mentorin Aylin im Juni in einem Interview über ihre Erfahrungen ales Mentee und Mentorin gesprochen.

Hier könnt ihr den Beitrag von Cengiz Tarhan, der am Sonntagmorgen in Radio Bremen, COSMO lief, nachhören.

Feierstunde in der Sparkasse Bremen am 7. Juni 2018

 Am 07. Juni wurden wir mit anderen Preisträgern im Rahmen einer Feierstunde in der Sparkasse am Brill für unser Projekt "Lerntreff im Beratungscafé" ausgezeichnet.

Foto: Sparkasse Michael Bahlo

Erfolgreiche Projekte werden größer und sie entwickeln sich weiter: So auch unser Beratungscafé. Neben Unterstützung in Alltagsfragen, hilft unser haupt- und ehrenamtliches Team dort jungen Geflüchteten bei Hausaufgaben, Vorbereitungen auf Prüfungen oder Präsentationen und ganz allgemein beim Deutsch lernen. Dieses Angebot können wir dank einer Förderung durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen und mithilfe von Mitteln aus der Selbsthilfe- und Projektförderung im Referat Zuwandererangelegenheiten der Stadt Bremen nun bis Ende 2018 auf sichere Beine stellen. Der Lerntreff findet zu den Öffnungszeiten des Beratungscafés, mittwochs und donnerstags 16:30-19:00 Uhr, im Jugendhaus Buchte statt.

Hier geht's zur Berichterstattung der Sparkasse.

Startsignal für den Aufbau unseres „Beratungs- und Begegnungszentrums für junge Geflüchtete“ (BBZ)  - gefördert durch die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Mitte April hat Fluchtraum den Zuwendungsbescheid für den Aufbau des geplanten BBZ erhalten: Die Sozialbehörde fördert Fluchtraum im Rahmen einer institutionellen Förderung. Im letzten Jahr konnten wir in intensivem Austausch mit unseren Ansprechpartner*innen bei der Sozialbehörde unser Anliegen besprechen und haben viel positive Resonanz für unser Vorhaben bekommen, für junge Geflüchtete eine Anlaufstelle zu schaffen, in der sie im Übergang zum Erwachsenenleben Beratung, persönliche Ansprechpartner*innen und Möglichkeiten zu Begegnung finden. Mit der institutionellen Förderung durch die Sozialbehörde können wir nun „starten“. Die Jahre 2018 und 2019 sind als Modellphase vorgesehen.

Im letzten Jahr hatte Fluchtraum Bremen e.V. zunächst die Vereinsmitglieder über die „Vision BBZ“ informiert und es fand ein thematisches Austauschtreffen im Juli 2017 statt. Dort haben wir gemeinsam über das Konzept beraten. 

Und jetzt soll es losgehen – am 20.06.2018 besucht Sozialsenatorin Stahmann unser Beratungscafé im Jugendhaus Buchte, um sich ein Bild von unserer Arbeit zu machen und von unseren Plänen für das BBZ zu hören.

Dagmar Koch-Zadi

"Wir wollen nicht länger wie in einem offenen Gefängnis leben"

Einladung zum ersten Treffen des Aktionsbündnisses zur Schließung der Zeltunterkunft für Geflüchtete in der Gottlieb-Daimler-Straße in Bremen

Donnerstag, 03.05 um 19 Uhr im Gemeindezentrum Zion, Kornstraße 31

Das Aktionsbündnis zur Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße besteht aus Bewohnern der Unterkunft sowie solidarischen Unterstützer*innen. Das klar formulierte Ziel ist die längst überfällige Schließung der Zeltunterkunft sowie die Verbesserung der Situation der jungen Bewohner. Um der Forderung mehr Nachdruck zu verleihen und effektive Aktionen planen und durchführen zu können, lädt das Bündnis nun zu einem ersten offenen Treffen ein.

Die ehemalige Notunterkunft befindet sich abgelegen neben den Stahlwerken in Oslebshausen. Die Lebensbedingungen in den großen Metallzelten sind katastrophal. 90 Jugendliche leben zusammengepfercht in einem großen Metallzelt, die einzelnen "Zimmer" sind nur notdürftig unterteilt, man hört alle Geräusche, das Heizlüftungssystem ist laut und trocknet die Luft aus und im Sommer werden die Zelte unaushaltbar warm.

Die Unterkunft sollte schon seit langem geschlossen werden, wurde dann aber von der Stadt überraschend zur offiziellen Landesaufnahmestelle umdefiniert. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit von der Behörde nicht anerkannt wird und die gegen diese Entscheidung geklagt haben. Sie leben fünf, sechs, manchmal auch mehr als 12 Monate dort, haben keine Schule, keine Beschäftigung, keinen Kontakt. Trotz massiver Kritik und Versuchen, die Unterkunft zu schließen, hält die Sozialbehörde an ihr fest. Die Debatte in der Bürgerschaft bestätigte den Eindruck, dass die Jugendlichen dafür bestraft werden sollen, dass sie sich gegen die behördliche Altersfestsetzung zur Wehr setzen und von ihrem Recht Gebrauch machen, dagegen zu klagen.

Die Bewohner und solidarischen Unterstützer*innen wollen das nicht länger hinnehmen! Die Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße ist längst überfällig!

Wir von Fluchtraum Bremen e.V. sind auch mit dabei und freuen uns über alle, die an dem Treffen teilnehmen. Wir freuen uns auch, wenn diese Einladung geteilt und weitergeleitet wird




Fluchtraum unterzeichnet Positionspapier zu Qualitätsstandards und guter Versorgung von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Die Versorgungsplanung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wird immer stärker vor dem Hintergrund „sinkender Fallzahlen“ (so der offizielle Ausdruck für die Tatsache, dass es immer mehr Geflüchtete nicht mehr schaffen, im Bremer Hilfesystem anzukommen bzw. aufgenommen zu werden) diskutiert. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass Erreichtes in der Versorgung und Begleitung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wieder zurückgefahren werden soll und der notwendige Ausbau von Hilfen immer schwerer durchzusetzen ist.

Seit nunmehr fast zwei Jahren treffen sich Fachleute aus den psychiatrischen Diensten, von freien Trägern der Jugendhilfe, von Beratungsstellen und niedergelassene Psychiater_innen und Psychotherapeut_innen regelmäßig zum Fachaustausch. Aus diesem Austausch ist das vorliegende Papier entstanden. Es bündelt die Erfahrungen der letzten Jahre in der Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen und beschreibt Qualitätsstandards, die aus Sicht der Fachleute notwendig sind, um die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu stärken bzw. zu erhalten. In einer ersten Runde wurde dieses Papier im vergangenen Oktober bei Ämtern und Behörden (Gesundheit und Soziales) sowie bei verschiedenen Akteuren und Kooperationspartner_innen im Bereich der Jugendhilfe verbreitet.

In einer zweiten Runde im Frühjahr diesen Jahres hat Fluchtraum Bremen das Positionspapier ebenfalls unterzeichnet.

Das Positionspapier finden Sie hier.


Erfolgreiche Spendenaktion "Run 45"

Emin da Silva läuft zugunsten von Fluchtraum 45 Stunden auf einem Laufband

Am 02. Februar 2018 ist die vom Extremsportler Emin da Silva initiierte Spendenaktion "Run 45" zu Ende gegangen. Zu seinem 45. Geburtstag lief der Extremsportler im Weserpark 45 Stunden auf einem Laufband und konnte Spenden für den Sportgarten und Fluchtraum Bremen e.V. sammeln.

Die zwei Laufbänder zu seiner Rechten und Linken waren nahezu immer besetzt. Bremer Sportler*innen und bekannte Persönlichkeiten wie Willi Lemke und Marco Bode von Werder Bremen oder der sechsmalige Marathonsieger Oliver Sebrantke liefen an seiner Seite, um ihn zu unterstützen. Auch Fluchtraum Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen ließen es sich nicht nehmen, für ein paar Minuten auf das Laufband zu springen. Schon nach kurzer sportlicher Betätigung wurde uns klar, wie anstrengend es sein muss fast zwei ganze Tage am Stück in Bewegung zu sein.

Dagmar Koch-Zadi und Claudia Schmitt-Alvarez von Fluchtraum Bremen im Gespräch mit Emin da Silva (Foto: Claudia Kunze)

Dagmar Koch-Zadi und Claudia Schmitt-Alvarez von Fluchtraum Bremen im Gespräch mit Emin da Silva (Foto: Claudia Kunze)

Als Emin da Silva dann nach fast zwei Tagen mit nur 45 Minuten Pause vom Laufband stieg, war die Aufmerksamkeit groß - trotz Erschöpfung und Schlafmangel beantwortete er  aufmerksam alle Fragen, nahm Blumensträuße entgegen und stieß mit einem Glas Sekt auf die erfolgreiche Aktion an.

Wir gratulieren Emin da Silva an dieser Stelle noch einmal für den erfolgreichen Abschluss seines Ausdauermarathons und bedanken uns herzlich für die gelungene Aktion im Weserpark.

Hier finden Sie zudem die Berichterstattung im Weserkurier und auf der Webseite von Emin da Silva.



Handlungsbedarf und Forderungen im Übergang Schule Beruf bei jungen Gefüchteten

Ergebnisse der Veranstaltung „Zukunft möglich machen“ vom 22.11.2017

Am 22.11.2017 fand im Domkapitelsaal die Veranstaltung „Zukunft möglich machen“ zur Situation von jungen Gefüchteten im Übergang Schule Beruf statt. Anwesend waren zahlreiche Fachpersonen aus Jugendhilfe, Beratung, Schule sowie junge Gefüchtete und ehrenamtliche MentorInnen und VormündInnen. Auf dem Podium saßen vier ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen: Sandra Pilster (BOSP Lehrerin an der ASB Walle), Claudia Jacob (Beraterin bei BIN), Jochen Kriesten (Leiter des Referates Ausbildung und Praktikum des AFZ) und Rebecca Karbaumer (ehrenamtliche Vormündin eines jungen Gefüchteten aus Guinea).
Anhand der Berichte der ReferentInnen und den Beiträgen des Fachpublikums konnten Bedarfe in den folgenden Bereichen ermittelt werden. Große Übereinstimmung herrschte in der Forderung nach einer strukturellen, ressortübergreifenden Lösung, die den jungen Gefüchteten eine Perspektive gibt und somit Zukunft möglich macht.

Die wesentlichen Punkte umfassen dabei sowohl Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitische als auch aufenthaltsrechtliche Bedarfe:

Das Recht auf Schulbildung über das 18. Lebensjahr hinaus.
Die Einführung eines Schulbesuchsrechts über das 18. Lebensjahr hinaus (nach bayrischem Modell) mit der Möglichkeit eine qualifzierte Berufsbildungsreife zu erlangen.

Ressourcenorientierte und qualifzierte Bildungsgänge ermöglichen.
Dazu gehört eine kontinuierliche Begleitung und eine quantitativ und qualitativ zuverlässige Struktur, die sich an den Bedarfen und Ressourcen der Jugendlichen orientiert, insbeondere im Bereich der Berufsschulen.

Aufenthaltsrechtliche Sicherheit während der schulischen als auch dualen Ausbildung schaffen. Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25.5 AufenthG auch für Maßnahmen im Übergang Schule Beruf, wie FSJ, FÖJ, BFD, Praktika sowie während der Dauer der Schul- und Ausbildung schaffen zusätzlich fnanzielle und gesundheitliche Stabilität. Ferner muss ein umfassendes Clearingverfahren für umF vorgeschaltet werden, um individuelle Bedarfe auf verschiedenen Ebenen ermitteln zu können.

Zugang zu Einstiegsqualifzierungen (EQ) erleichtern, Begleitung ermöglichen und die Schaffung von EQ-Plätzen stärker fördern
Dazu gehört der Abbau struktureller Hürden und die Förderung kleinerer Betriebe einerseits und die Durchsetzung der Ausbildungsumlage andererseits. Gekoppelt mit der Intensivierung der Unterstützung der EQ-Teilnehmenden, etwa durch Reha-Maßnahmen, fachsprachliche Förderangebote und Ausweitung der Beratung, führt dies zu quantitativen und qualitativen Verbesserungen.

Perspektive für alle jungen Gefüchteten schaffen
Bremen muss sich solidarisch und nicht nützlichkeitsorientiert zeigen. Vor allem denjenigen gegenüber, die aufgrund von unterbrochenen Lernbiografen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Lernschwächen o.ä. einen höheren Förderbedarf haben. Eine vorgeschaltete Kompetenzerfassung, eine Bedarfsorientierte Beratungsstruktur und eine Ressourcenorientierte Bildungs- und Ausbildungspolitik verbessern Bildungs und Integrationschancen der Gefüchteten und auch damit neue Perspektiven für die Stadt Bremen.

Die vollständigen und detaillierten Forderungen finden Sie hier.



Zeltunterkunft für Geflüchtete im Winter trotz Leerstand ?

Flüchtlingsrat und Fluchtraum fordern sofortige Schließung der Zeltunterkunft und eine bedarfsgerechte Unterbringung

Pressemitteilung vom 11.12.2017

Obwohl es in Bremens Unterkünften für Geflüchtete Leerstand und freie Zimmer gibt, leben etwa 70 junge Menschen in Großraumzelten. Gemeint ist die Notunterkunft in der Gottlieb-Daimler-Straße 4, die nun ohne bauliche Veränderungen überraschend zur dritten offiziellen Landesaufnahmeeinrichtung erklärt wurde.

Die Metallzelte stehen abgelegen in der Nähe der Stahlwerke in Oslebshausen und werden nur notdürftig durch ein Heizlüftungssystem gewärmt. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit vom Amt für Soziale Dienste nicht anerkannt wurde und die gegen die Ablehnung der Inobhutnahme vor Gericht geklagt haben. Sie wohnen dort bis über die Inobhutnahme endgültig entschieden wird und sie ggf. in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht werden können. Diese Zeltunterkunft, betrieben von der Inneren Mission, war monatelang eine Notunterkunft bevor sie nun umbenannt wurde. Baulich verändert hat sich nichts.

„Die Zelte sind sehr hellhörig und die Metallwände verbreiten jedes Geräusch im ganzen Zelt. Es ist unmöglich nachts zur Ruhe zu kommen. Dazu kommt das Gebläse der Heizlüftung“ so ein Jugendlicher aus dem Zelt. „Die Luft ist durch die Heizung so trocken, dass viele morgens mit Nasenbluten aufwachen. Wenn die Heizung ausfällt, ist es so kalt, dass morgens die Finger steif gefroren sind“ ergänzt Boubacar, ein anderer Bewohner der Unterkunft.
Fluchtraum Bremen e.V. und der Flüchtlingsrat Bremen fordern die sofortige Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße. „Die Bedingungen in der Gottlieb-Daimler-Straße sind katastrophal. Es ist völlig unverständlich, dass Bremen trotz des Leerstandes an der Unterbringung von Menschen in Zelten festhält und noch dazu potentiell Minderjährige dort unterbringt, die besonders schutzbedürftig sind“ sagt Anna Schroeder von Fluchtraum.
Marc Millies vom Flüchtlingsrat betont: „Die Verantwortlichen konterkarieren ihre Bemühungen, Schutzbedürftigen adäquaten Schutz zu bieten. Sollte es noch rechtlichen Klärungsbedarf bei den jungen Menschen geben, ist die dafür vorgesehene Clearingstelle einzubeziehen.“

Sollten Sie Interesse an einer Berichterstattung haben, stehen Ihnen sowohl Pressesprecher von Fluchtraum Bremen e.V. und vom Flüchtlingsrat als auch Jugendliche aus der Unterkunft für Interviews und Rückfragen zur Verfügung.




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Beratungscafé für junge Geflüchtete

Fluchtraum bietet ab August 2017 an zwei Tagen ein „Beratungscafé für junge Geflüchtete“ in Kooperation mit dem Jugendhaus Buchte (Buchstraße 14/15) an:

mittwochs und donnerstags, 16.30 – 19.00 Uhr

Junge Geflüchtete bekommen im Beratungscafé Unterstützung und Beratung in Fragen zu Ausbildung und Beruf, Alltagsleben, rechtliche Fragen, Hilfestellung bei Anträgen und Behördenangelegenheiten.

Das Projekt wird gefördert durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen.



Gemeinsame Erklärung Bremer Bürgerinnen und Bürger gegen Abschiebungen

Pressemitteilung vom 07.04.2017

Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative, Equal-rights-for-all-Bündnis Bremen, Jugendliche ohne Grenzen, Friedensforum Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.

Am Mittwoch, den 05.04.2017 hat ein breites Bündnis aus den o.g. Bremer Initiativen und Organisationen zu einer Veranstaltung zum Thema „Von wegen sicher – Über die Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik“ eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf sehr große Resonanz in Bremen - rund 200 Bremer Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung. Durch die Beiträge der ReferentInnen wurde deutlich, dass die Konstruktion sogenannter sicherer Regionen in Afghanistan durch die Bundesregierung jeglichen Fakten und Informationen über die tatsächliche Sicherheitslage und Entwicklungen vor Ort widerspricht. „Afghanistan dient als Übungsfeld für den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan macht deutlich, dass dieser Kriegseinsatz nicht nur gescheitert ist, sondern dramatische Folgen für die ganze Region mit sich gebracht hat“ so die Referentin Claudia Haydt. So ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als vor dem Kriegseintritt der NATO 2001. Ein Eingeständnis dessen würde jedoch eine Neubewertung militärischer Interventionen erfordern. „Jeder afghanische Staatsangehörige, der heute abgeschoben wird, muss als Beweis dafür hinhalten, dass der deutsche Kriegseinsatz erfolgreich war“. Vor diesem Hintergrund sind Abschiebungen mehr als zynisch. Während die Bundesregierung für sich beansprucht, bundesdeutsche Interessen auch militärisch bis zum Hindukusch zu verteidigen, sollen die Folgen und Betroffenen dieser Politik aus dem Sichtfeld verschwinden.

Vor diesem Hintergrund haben die rund 200 Teilnehmenden der Veranstaltung eine gemeinsame öffentliche Erklärung abgegeben: Darin sprechen sie sich klar und deutlich gegen weitere Abschiebungen aus – sei es auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Abschiebungen widersprechen grundlegend jedem humanitären Anspruch und verstoßen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit eines und einer jeden.


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