Aktuelles und Presse

Einladung zum Austauschtreffen

Am Montag, den 25.03. um 18 Uhr in der Berckstr. 27

Austauschtreffen 2019

Was erlebst du in deinem Engagement? Welche Tipps möchtest du weitergeben? Welche Fragen stellst du dir? Wir laden Mentor*innen und Vormund*innen zu unserem ersten Austauschtreffen in diesem Jahr ein. Für Getränke und eine kleine Stärkung ist gesorgt.

 

Projektvorstellungen, Diskussionen, Kultur und Casino

inklusive Filmvorstellung aus dem Projekt "WE, THE FUTURE" 

Die Angebote "AVA" und "participo" laden ein - und wir nutzen die Gelegenheit, um unseren neuen Film zu präsentieren.

Freitag, 22.03.2019, von 17.00 -21.00 Uhr im Jugendzentrum Findorff, Neukirchstraße 23 a 

Ava und participo sind zwei Projekte für junge Geflüchtete vom Zentrum für Schule und Beruf. Sie veranstalten einen Abend mit Podiumsdiskussion der Projektteilnehmenden zum Thema ‚Chancen und Hürden in Deutschland‘ sowie kulturellen Beiträgen, gefolgt von einem festlichen Casinoabend der besonderen Art.

Hier geht es zum ausführlichen Programmheft für den Abend.

Wir freuen uns sehr, dass einer dieser "kulturellen Beiträge" ein neuer Film sein wird, den junge Geflüchtete im Rahmen des Kooperationsprojektes von Fluchtraum Bremen e.V. und dem Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. produziert haben. Der Titel: "Wir haben uns einige Fragen gestellt..."

Der Abend bietet zudem die Möglichkeit sich bei anregenden Gespräch über die Arbeit der Projekte auszutauschen oder nähere Einblicke in diese zu gewinnen und sich gleichzeitig von kleinen Köstlichkeiten aus aller Welt verwöhnen zu lassen. 

Wir freuen uns euch dort zu sehen!

Einladung zsb AVA und participo

Neues Schulungsprogramm im Frühling 2019

Schulungen im Frühling 2019

Von Interkultureller Kommunikation, zum Bewerbungstraining über den Umgang mit Wut und Trauer bis hin zum Sozialrecht für junge Geflüchtete nach der Jugendhilfe - ab sofort könnt ihr euch zu unserem neuen Schulungsblock anmelden. In unserem Programm findet ihr mehr zu Themen, Referent*innen, Terminen und Anmeldeverfahren.

Ehrenamt ist attraktiv!

Mit der Ehrenamtskarte erhalten Freiwillige Vergünstigungen.

Ehrenamtskarte und Fluchtraum-Flyer

Immer zum 15.03. und 15.09. eines Jahres können Freiwillige, die bereits drei Jahre ehrenamtlich aktiv sind und ca. 5 Stunden in der Woche oder 250 Stunden im Jahr Zeit in ihr Engagement investieren, die Ehrenamtskarte beantragen. Mit der Ehrenamtskarte gibt es in Bremen vergünstigte Eintrittspreise, z.B. in Mussen, Theatern usw. Wir unterstützen Sie dabei und füllen gerne mit Ihnen zusammen diesen Antrag für die Ehrenamtskarte aus. Weitere Informationen zur Ehrenamtskarte sind auf der Seite zum Bürgerengagment der Stadt Bremen zu finden.

No Pressure?!  - Wie geht Bildung für alle?

Veranstaltung

Am Freitag, den 01. März, diskutierten der Bremer Jugendring, Fluchtraum Bremen e.V., der Guineische Verein für Integration und Bildung, der Somalische Verein, der GambiaVerein und das Projekt „Refugee for refugee“ mit jungen Politiker*innen aus Bremen darüber, was Bildung eigentlich ist und wie gute Bildung aussehen kann. Einen Bericht über die Veranstaltung findet ihr auf der Website des Bremer Jugendrings.

Unser Veranstaltungstipp im April: Sozialrecht und Jugendhilfe – junge Geflüchtete im Übergang zur Volljährigkeit


Ein Seminar von Fluchtraum Bremen e.V. in Kooperation mit dem BeBeE (Bremer Beratungsbüro für Erziehungshilfen).

Junge Geflüchtete haben Ansprüche auf soziale Leistungen. Gar nicht so einfach zu überblicken, welche das sind und wie man sie wo beantragen kann. Weil es besonders im Übergang zur Volljährigkeit Schwierigkeiten geben kann, liegt ein besonderes Augenmerk bei den jungen Volljährigen. Die beiden ReferentInnen geben einen Überblick und Tipps aus ihrer Beratungspraxis und sind o? en für Fragen.
Termin: 02. April 2019 von 10:00 - 13:00 Uhr ReferentIn: Max Gabel, Fluchtraum Bremen e.V.; Christine Krohne, BeBeE. Ort: BeBeE - Bremer Beratungsbüro für Erziehungshilfen, Schwachhauser Heerstraße 3, 28203 Bremen  
Teilnahmegebühr: 50 € p.P., 40 € p.P. ermäßigt für Mitgliedsorganisationen des Paritätischen und Unterstützer des BeBeE. Tagungsgetränke und ein Imbiss sind in der Teilnahmegebühr enthalten.
Mehr Informationen zum Seminar finden Sie auf der Webseite des Bremer Büros für Erziehungshilgen.

Stellungnahme von Fluchtraum Bremen e.V. zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz vom 19.12.2018

Mit dem Kabinettsbeschluss des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes und des Gesetzes über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung könnten sich ab 2020 deutliche Verschlechterungen für das Leben und die Perspektive von (jungen) Geflüchteten in Deutschland ergeben. An verschiedenen Stellen werden durch diesen Gesetzesentwurf Verbote ausgeweitet, Regelungen verschärft und Personengruppen wie Schüler*innen und Studierende von aufenthaltsrechtlichen Perspektiven ausgenommen. Aus unserer Sicht werden so funktionierende Bildungskarrieren und Entwicklungschancen sowie Ausbildungszugänge und -wege für junge Menschen aktiv verbaut. Unsere umfassende Stellungnahme zu den im Dezember 2018 verabschiedeten Gesetzesentwürfen geht auf diese Punkte vertiefend ein. Darüber hinaus empfehlen wir zur weiteren Lektüre die gemeinsame Stellungnahme vom Paritätischen Gesamtverband, PRO ASYL und weiteren Verbänden, die hier abrufbar ist, sowie die Stellungnahme des Bundesfachverbandes unbegleitete minderjährige Flüchtlinge e.V., die ihr hier findet. Dabei ist zu beachten, dass sich die beiden letzten Stellungnahmen auf den Referentenentwurf zum Fachkräfteeinwanderungsgesetz (Stand: November 2018) beziehen und die anschließenden Änderungen gegenüber des am 19.12.2018 verabschiedeten Entwurfs nicht berücksichtigen.

Fachpublikation Ehrenamtliche Einzelvormundschaften ausweiten

Unser Kooperationspartner Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. hat eine "Arbeitshilfe für Fachdienste, die sich aktiv mit der Implementierung ehrenamtlicher Vormundschaften beschäftigen" möchten veröffentlicht. In 9 Schritten wird beschrieben, wie interessierte Träger eine Begleitung von ehrenamtlichen Einzelvormund*innen auf- und ausbauen können. Hier könnt ihr die Broschüre herunterladen.

 

WE, THE FUTURE

Flyer Zukunftswerkstatt We, the Future

Ein Workshop, der bewegt

Unter dem Titel „WE, THE FUTURE“ ging im Oktober bei uns die allererste Zukunftswerkstatt für Jugendliche und junge Erwachsene in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V. an den Start. Das Ziel: den jungen Menschen die Chance eröffnen, ihre Stimme zu erheben, ihre Anliegen zu formulieren und sie in die Öffentlichkeit zu tragen. Das Besondere an dem Projekt: Bereits an der Planung des Workshops waren die jungen Menschen beteiligt und aufgefordert, ihre eigenen Ideen und Vorstellungen einzubringen.

Die Zukunftswerkstatt begann – wie üblich – mit der Kritikphase: Die zehn Jugendlichen sammelten alle negativen Dinge, die sie mit ihrem Leben in Deutschland verbinden. Stark im Vordergrund stand hier das Erleben von Rassismus und Diskriminierung in quasi sämtlichen Lebenslagen, die Darstellung von Geflüchteten in den Medien und den politischen Diskurs über geflüchtete Menschen. Im nächsten Schritt entwarfen die jugendlichen Teilnehmer einen Gegenentwurf zu ihrer Kritik – ihre Utopie – und überlegten dann im dritten Schritt, welche Projekte sie gerne in Angriff nehmen würden, um selbst etwas zu dieser Utopie beizutragen. Aus den vielen bunten Ideen wurde schließlich ein Videoprojekt zum Sieger gekürt. Hoch motiviert starteten die jungen Teilnehmer mit diesem Videoprojekt bereits zwei Wochen später. Dank der spontanen und großzügigen Unterstützung durch die Medienwerkstatt des Kulturzentrums Schlachthof bekamen die Jugendlichen mehrere Kameras, Mikrofone und einen Medienpädagogen an die Seite gestellt und begannen mit der Auseinandersetzung mit der komplizierten Technik und dem Ausloten des Themenbereichs. Klar war: Die Erfahrungen mit Rassismus und Diskriminierung, aber auch die verschiedenen Vorstellungen von Integration sollten im Vordergrund stehen.

Zukunftswerkstatt We, the future

Beim nächsten Treffen wird es dann ganz konkret: Neben Straßen-Interviews wollen sich die Jugendlichen gegenseitig interviewen, aber auch Politiker*innen zum Dialog laden. Wir sind schon ganz gespannt auf die filmischen Ergebnisse des Projekts und halten euch selbstverständlich über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden! Falls ihr noch junge Menschen kennt, die Lust haben, mitzumachen, meldet euch gerne bei Katharina unter mild@fluchtraum-bremen.de 

Die Zukunftswerkstatt wird unterstützt durch die Medienwerkstatt im Kulturzentrum Schlachthof - Vielen Dank!

Schlachthof-Logo

Gemeinsames Statement "Nein zur Armutsgarantie Ausbildung!"

Auszubildende mit Fluchterfahrung brauchen aufenthaltsrechtliche und finanzielle Sicherheit

Sichere Ausbildung jetzt

Im August und September 2018 haben wir uns mit Mitstreiter*innen zu drei Aktionstreffen zum Thema "Sichere Ausbildung" getroffen. Herausgekommen ist ein gemeinsames Statement, das 13 Institutionen und 70 Einzelpersonen unterzeichnet haben. Hier geht es zum gemeinsamen Statement.

Auch die TAZ widmet sich dem Thema und unseren Forderungen und berichtet im Artikel "Arbeit ja, Unterhalt nein" vom 25.10.2018 über einen Bremer Fall.

Neuer Film von Fluchtraum Bremen e.V. zu Mentor*innen in Bremen

Film über Mentor*innen

Dieser Film entstand in einem Projekt mit dem Bremer Jugendring - technische Unterstützung bekamen wir von "Vomhörensehen"!

Nachbarschaftsprojekt in Horn-Lehe

Jugendbegegnung in der Evangelischen Gemeinde mit viel Spaß gestartet

Seit Anfang September sind fünf Jugendliche, die bei uns auf der Warteliste für eine Mentorenschaft stehen oder unser Beratungscafé besuchen, Teil einer Jugendgruppe in der evangelischen Kirchengemeinde Horn. Die schon länger bestehende Gruppe 17 bis 20-Jähriger aus der Gemeinde Horn hatte junge Geflüchtete von Fluchtraum eingeladen, bei ihrer wöchentlich stattfindenden „Teestube“ mitzumachen - für beide Seiten eine Chance, sich zu begegnen und gemeinsam Freizeit zu verbringen. An zwei Mittwochnachmittagen wurde bisher zusammen gekickert, Billiard gespielt, gekocht, gebacken und über die Schule gelästert. Außerdem gab es einen gemeinsamen Stadionbesuch zum Spiel Werder Bremen gegen Hertha BSC Berlin und gemeinsames Schlittschuhlaufen im Paradise. Um den Einstieg in die neue Gruppe zu erleichtern, begleitet ein Teammitglied von Fluchtraum die Jugendlichen in den ersten Monaten zu den gemeinsamen Aktivitäten. Jetzt sind erstmal alle in den verdienten Herbstferien aber danach ist schon die nächste gemeinsame Teestube mit Kürbisschnitzen und Kürbissuppe geplant.

Mitgliedschaft im Paritätischen Bremen

Mitgliedschaft im Paritätischen Bremen

Seit dem 01.09.18 ist Fluchtraum Mitglied im Paritätischen Bremen. Der Paritätische Bremen ist ein Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und Dachverband für Organisationen, die soziale Arbeit in Bremen und Bremerhaven leisten. Insgesamt sind über 200 Mitgliedsorganisationen im Paritätischen Bremen. Die Mitgliedschaft bringt uns als Verein Vorteile in den Bereichen der Netzwerkarbeit und der Einwerbung von Fördermitteln. Außerdem können wir als Mitgliedsverein Beratungsleistungen zu verschiedensten Themen, wie Antragsberatung, Fundraising, Öffentlichkeitsarbeit, Organisationsentwicklung, in Anspruch nehmen. 

Hier kommt ihr zur Website des Paritätischen Bremen.

Impressionen unseres Sommerfests 2018

Live-Musik beim Sommerfest (Foto: Annette Staack)

Am 31.08. feierten wir bei Sonnenschein und Live-Musik unser diesjähriges Sommerfest.

Engagierte, Jugendliche, das Fluchtraum-Team und Gäste aus befreundeten Vereinen und der Politik führten angeregte Gespräche und ließen sich das leckere Buffet schmecken.

Hier gibt es Bilder und unseren Rückblick.

Junge Geflüchtete kämpfen darum in Bremen bleiben zu können

Seit März 2018 kämpfen junge Geflüchtete um bessere Lebensbedingungen und eine Bleibeperspektive in Bremen - im Aktionsbündnis Gottlieb Daimler Straße sind sie gemeinsam mit Unterstützer*innen organisiert.

 

Mehr zum politischen Protest und zu den Forderungen der "Gottlieb-Daimler-People"

 Zivile Seenotrettung stärken - sichere Häfen schaffen

Fluchtraum unterzeichnet Bremer Aufruf zum Flüchtlingsschutz

Initiiert vom Projekt Seehilfe e. V. haben wir gemeinsam mit anderen Bremer Vereinen, Institutionen und Initiativen eine Petition gestartet, denn Solidarität darf nicht an Grenzen enden!

Die Petition unterzeichnen

Auch der Weser Kurier berichtet. 

„Weser Kurier“ berichtet über das Beratungs- und Begegnungszentrum

Am Mittwoch, den 18.07.18 besuchte Kristin Hermann vom Weserkurier unser Beratungscafé im Jugendhaus Buchte und sprach mit Lea Böhme (Team Fluchtraum) und Claudia Schmitt (Vorstand) über unsere Pläne für das BBZ.

Den ganzen Artikel, der prominent am Sonntag, den 22. Juli 2018 im Weserkurier erschien, findet ihr hier.

*** Wir suchen Räume ***

Fluchtraum sucht ein neues Zuhause für
unser Beratungs- und Begegnungszentrum

Wir suchen Räumlichkeiten in zentraler Lage mit guter Verkehrsanbindung, möglichst barrierefrei! Mit insgesamt ca.165 - 250m2

- 3-5 Büros
- 2-3 Beratungsräume
- 1 großen, leicht zugänglichen Mehrzweckraum für das offene Café, Schulungen, Mitgliederversammlungen, etc.
- 1 Küche

Wir freuen uns über Raumangebote und Ideen an unseren Vereinsvorstand:

vorstand@fluchtraum-bremen.de

Weltflüchtlingstag am 20. Juni 2018    

Senatorin Anja Stahmann zu Besuch bei Fluchtraum Bremen e.V.

Besuch Frau Stahmann im Beratungscafé 1

Im Beratungscafé sitzen junge Geflüchtete aus Afghanistan, Iran, Syrien und Westafrika. Mit Unterstützung der Mitarbeiterinnen von Fluchtraum Bremen e.V. und Ehrenamtlichen bereiten sie Bewerbungen für ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz vor, beantworten Behördenschreiben, lernen Deutsch oder klönen bei einer Tasse Tee. Im Beratungscafè engagieren sich auch junge Erwachsene mit Fluchtgeschichte als Sprach- und Kulturmittler.

Der Besuch von Senatorin Anja Stahmann ist der offizielle Auftakt für das „Beratungs- und Begegnungszentrum für junge Geflüchtete“, das Fluchtraum Bremen e.V. mit institutioneller Förderung der Sozialbehörde aufbauen wird. Im Gespräch mit den Vorstandsvorsitzenden Claudia Schmitt und Detlev Busche und der Leiterin des Vereins Dagmar Koch-Zadi berät sie heute die wichtigen Schritte. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit Jugendamt/Casemanagement und insbesondere die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten. 

Fluchtraum Bremen e.V. engagiert sich seit 2004 für junge Geflüchtete und vermittelt Ehrenamtliche als Mentor*innen und Einzelvormund*innen. Dank dieses Engagements sind viele Jugendliche gut in Bremen angekommen, besuchen die Schule oder eine Ausbildung, leben in der eigenen Wohnung und sind in Sportvereinen oder in kulturellen Einrichtungen aktiv.

Aus den Minderjährigen sind inzwischen junge Volljährige geworden, die mit Auslaufen der Jugendhilfe oft allein vor den Herausforderungen des Erwachsenwerdens stehen: in der eigenen Wohnung leben, eine Ausbildung erfolgreich bestehen, Kontakte zu jungen (Alt)Bremer*innen finden, den Alltag zu gestalten. Um den Übergang in die Selbständigkeit zu unterstützen, hat Fluchtraum Bremen e.V. in enger Abstimmung mit der Sozialbehörde, Jugendamt, Casemanagement, mit Jugendhilfeeinrichtungen und Akteuren der offenen Jugendarbeit in Bremen sein Konzept für das Beratungs- und Begegnungszentrum entwickelt. Dank der institutionellen Förderung durch die Sozialbehörde kann der Verein jetzt das Zentrum aufbauen.  

Im Austausch mit Younes Mohamadian und Tarek Mezal, die sich beide ehrenamtlich im Beratungscafè engagieren, wird deutlich, dass Frau Stahmann an deren Sorgen und Wünschen „nah dran“ ist und diese ernstnimmt. Auch die Frage von Fluchtraum Bremen e.V. nach geeigneten Räumlichkeiten greift sie auf und gibt nützliche Tipps.  Der Besuch zeigt eindrucksvoll, dass die Sozialsenatorin bürgerschaftliches Engagement für die Integration Geflüchteter gezielt fördert und nachhaltig unterstützt.

Bremen, den 24.06.2018

Dagmar Koch-Zadi

Foto: Annette Staack

Radiobeitrag in Radio Bremen, COSMO am 17. Juni 2018

Mit dem Reporter Cengiz Tarhan haben Younes und seine Mentorin Aylin im Juni in einem Interview über ihre Erfahrungen ales Mentee und Mentorin gesprochen.

Hier könnt ihr den Beitrag von Cengiz Tarhan, der am Sonntagmorgen in Radio Bremen, COSMO lief, nachhören.

Feierstunde in der Sparkasse Bremen am 7. Juni 2018

 Am 07. Juni wurden wir mit anderen Preisträgern im Rahmen einer Feierstunde in der Sparkasse am Brill für unser Projekt "Lerntreff im Beratungscafé" ausgezeichnet.

Foto: Sparkasse Michael Bahlo

Erfolgreiche Projekte werden größer und sie entwickeln sich weiter: So auch unser Beratungscafé. Neben Unterstützung in Alltagsfragen, hilft unser haupt- und ehrenamtliches Team dort jungen Geflüchteten bei Hausaufgaben, Vorbereitungen auf Prüfungen oder Präsentationen und ganz allgemein beim Deutsch lernen. Dieses Angebot können wir dank einer Förderung durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen und mithilfe von Mitteln aus der Selbsthilfe- und Projektförderung im Referat Zuwandererangelegenheiten der Stadt Bremen nun bis Ende 2018 auf sichere Beine stellen. Der Lerntreff findet zu den Öffnungszeiten des Beratungscafés, mittwochs und donnerstags 16:30-19:00 Uhr, im Jugendhaus Buchte statt.

Hier geht's zur Berichterstattung der Sparkasse.

Startsignal für den Aufbau unseres „Beratungs- und Begegnungszentrums für junge Geflüchtete“ (BBZ)  - gefördert durch die Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport

Mitte April hat Fluchtraum den Zuwendungsbescheid für den Aufbau des geplanten BBZ erhalten: Die Sozialbehörde fördert Fluchtraum im Rahmen einer institutionellen Förderung. Im letzten Jahr konnten wir in intensivem Austausch mit unseren Ansprechpartner*innen bei der Sozialbehörde unser Anliegen besprechen und haben viel positive Resonanz für unser Vorhaben bekommen, für junge Geflüchtete eine Anlaufstelle zu schaffen, in der sie im Übergang zum Erwachsenenleben Beratung, persönliche Ansprechpartner*innen und Möglichkeiten zu Begegnung finden. Mit der institutionellen Förderung durch die Sozialbehörde können wir nun „starten“. Die Jahre 2018 und 2019 sind als Modellphase vorgesehen.

Im letzten Jahr hatte Fluchtraum Bremen e.V. zunächst die Vereinsmitglieder über die „Vision BBZ“ informiert und es fand ein thematisches Austauschtreffen im Juli 2017 statt. Dort haben wir gemeinsam über das Konzept beraten. 

Und jetzt soll es losgehen – am 20.06.2018 besucht Sozialsenatorin Stahmann unser Beratungscafé im Jugendhaus Buchte, um sich ein Bild von unserer Arbeit zu machen und von unseren Plänen für das BBZ zu hören.

Dagmar Koch-Zadi

"Wir wollen nicht länger wie in einem offenen Gefängnis leben"

Einladung zum ersten Treffen des Aktionsbündnisses zur Schließung der Zeltunterkunft für Geflüchtete in der Gottlieb-Daimler-Straße in Bremen

Donnerstag, 03.05 um 19 Uhr im Gemeindezentrum Zion, Kornstraße 31

Das Aktionsbündnis zur Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße besteht aus Bewohnern der Unterkunft sowie solidarischen Unterstützer*innen. Das klar formulierte Ziel ist die längst überfällige Schließung der Zeltunterkunft sowie die Verbesserung der Situation der jungen Bewohner. Um der Forderung mehr Nachdruck zu verleihen und effektive Aktionen planen und durchführen zu können, lädt das Bündnis nun zu einem ersten offenen Treffen ein.

Die ehemalige Notunterkunft befindet sich abgelegen neben den Stahlwerken in Oslebshausen. Die Lebensbedingungen in den großen Metallzelten sind katastrophal. 90 Jugendliche leben zusammengepfercht in einem großen Metallzelt, die einzelnen "Zimmer" sind nur notdürftig unterteilt, man hört alle Geräusche, das Heizlüftungssystem ist laut und trocknet die Luft aus und im Sommer werden die Zelte unaushaltbar warm.

Die Unterkunft sollte schon seit langem geschlossen werden, wurde dann aber von der Stadt überraschend zur offiziellen Landesaufnahmestelle umdefiniert. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit von der Behörde nicht anerkannt wird und die gegen diese Entscheidung geklagt haben. Sie leben fünf, sechs, manchmal auch mehr als 12 Monate dort, haben keine Schule, keine Beschäftigung, keinen Kontakt. Trotz massiver Kritik und Versuchen, die Unterkunft zu schließen, hält die Sozialbehörde an ihr fest. Die Debatte in der Bürgerschaft bestätigte den Eindruck, dass die Jugendlichen dafür bestraft werden sollen, dass sie sich gegen die behördliche Altersfestsetzung zur Wehr setzen und von ihrem Recht Gebrauch machen, dagegen zu klagen.

Die Bewohner und solidarischen Unterstützer*innen wollen das nicht länger hinnehmen! Die Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße ist längst überfällig!

Wir von Fluchtraum Bremen e.V. sind auch mit dabei und freuen uns über alle, die an dem Treffen teilnehmen. Wir freuen uns auch, wenn diese Einladung geteilt und weitergeleitet wird.


Schulungsprogramm im Frühling 2018

Fluchtraum lädt ein zu einem neuen Schulungsblock mit folgenden spannenden Themen:

  • 19. April: Mein Mentee/mein Mündel & ich - Gute Beziehungsgestaltung mit Katrin Lange (Psychologin)
  • 25. April: Jugendhilfe und Sozialrecht für junge Geflüchtete mit Max Gabel (Fluchtraum Bremen e.V.), Christine Krohne (BeBeE)
  • 2.Mai: Von der Schule in Ausbildung und Beruf - junge Geflüchtete im Übergang mit Markus Saxinger (bin)
  • 14.Mai: Immer "on" - jugendliche Medienwelten mit Markus Gerstmann (ServiceBureau Jugendinformation)
  • Außerdem: Unterstützung auf Augenhöhe? Rassimus- und machtkritische Praxisreflexion (2 Workshops) (Termine werden zeitnah bekannt gegeben über unsere Homepage, Facebook und unseren Newsletter)


Genauere Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie hier.


Die Veranstaltungen richten sich an Engagierte bei Fluchtraum, aber auch an Haupt- und Ehrenamtliche anderer Institutionen. Macht also gerne in eurem Umfeld darauf aufmerksam oder kommt gemeinsam mit euren Mentees/ Mündeln!
Die Teilnahme an den Schulungen ist für Vereinsmitglieder kostenlos. Alle anderen bitten wir um eine Spende von 5€ pro Veranstaltung. Eine Kostenbefreiung ist nach Absprache möglich.

Für freuen uns über Anmeldungen für einzelne oder alle Veranstaltungen per Mail an info@fluchtraum-bremen.de oder telefonisch unter 0421-8356153. Die Zahl der Teilnehmenden ist begrenzt.



Fluchtraum unterzeichnet Positionspapier zu Qualitätsstandards und guter Versorgung von geflüchteten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Die Versorgungsplanung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wird immer stärker vor dem Hintergrund „sinkender Fallzahlen“ (so der offizielle Ausdruck für die Tatsache, dass es immer mehr Geflüchtete nicht mehr schaffen, im Bremer Hilfesystem anzukommen bzw. aufgenommen zu werden) diskutiert. Immer wieder entsteht der Eindruck, dass Erreichtes in der Versorgung und Begleitung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen wieder zurückgefahren werden soll und der notwendige Ausbau von Hilfen immer schwerer durchzusetzen ist.

Seit nunmehr fast zwei Jahren treffen sich Fachleute aus den psychiatrischen Diensten, von freien Trägern der Jugendhilfe, von Beratungsstellen und niedergelassene Psychiater_innen und Psychotherapeut_innen regelmäßig zum Fachaustausch. Aus diesem Austausch ist das vorliegende Papier entstanden. Es bündelt die Erfahrungen der letzten Jahre in der Versorgung von geflüchteten Kindern und Jugendlichen und beschreibt Qualitätsstandards, die aus Sicht der Fachleute notwendig sind, um die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen zu stärken bzw. zu erhalten. In einer ersten Runde wurde dieses Papier im vergangenen Oktober bei Ämtern und Behörden (Gesundheit und Soziales) sowie bei verschiedenen Akteuren und Kooperationspartner_innen im Bereich der Jugendhilfe verbreitet.

In einer zweiten Runde im Frühjahr diesen Jahres hat Fluchtraum Bremen das Positionspapier ebenfalls unterzeichnet.

Das Positionspapier finden Sie hier.


Erfolgreiche Spendenaktion "Run 45"

Emin da Silva läuft zugunsten von Fluchtraum 45 Stunden auf einem Laufband

Am 02. Februar 2018 ist die vom Extremsportler Emin da Silva initiierte Spendenaktion "Run 45" zu Ende gegangen. Zu seinem 45. Geburtstag lief der Extremsportler im Weserpark 45 Stunden auf einem Laufband und konnte Spenden für den Sportgarten und Fluchtraum Bremen e.V. sammeln.

Die zwei Laufbänder zu seiner Rechten und Linken waren nahezu immer besetzt. Bremer Sportler*innen und bekannte Persönlichkeiten wie Willi Lemke und Marco Bode von Werder Bremen oder der sechsmalige Marathonsieger Oliver Sebrantke liefen an seiner Seite, um ihn zu unterstützen. Auch Fluchtraum Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen ließen es sich nicht nehmen, für ein paar Minuten auf das Laufband zu springen. Schon nach kurzer sportlicher Betätigung wurde uns klar, wie anstrengend es sein muss fast zwei ganze Tage am Stück in Bewegung zu sein.

Dagmar Koch-Zadi und Claudia Schmitt-Alvarez von Fluchtraum Bremen im Gespräch mit Emin da Silva (Foto: Claudia Kunze)

Dagmar Koch-Zadi und Claudia Schmitt-Alvarez von Fluchtraum Bremen im Gespräch mit Emin da Silva (Foto: Claudia Kunze)

Als Emin da Silva dann nach fast zwei Tagen mit nur 45 Minuten Pause vom Laufband stieg, war die Aufmerksamkeit groß - trotz Erschöpfung und Schlafmangel beantwortete er  aufmerksam alle Fragen, nahm Blumensträuße entgegen und stieß mit einem Glas Sekt auf die erfolgreiche Aktion an.

Wir gratulieren Emin da Silva an dieser Stelle noch einmal für den erfolgreichen Abschluss seines Ausdauermarathons und bedanken uns herzlich für die gelungene Aktion im Weserpark.

Hier finden Sie zudem die Berichterstattung im Weserkurier und auf der Webseite von Emin da Silva.




Handlungsbedarf und Forderungen im Übergang Schule Beruf bei jungen Gefüchteten

Ergebnisse der Veranstaltung „Zukunft möglich machen“ vom 22.11.2017

Am 22.11.2017 fand im Domkapitelsaal die Veranstaltung „Zukunft möglich machen“ zur Situation von jungen Gefüchteten im Übergang Schule Beruf statt. Anwesend waren zahlreiche Fachpersonen aus Jugendhilfe, Beratung, Schule sowie junge Gefüchtete und ehrenamtliche MentorInnen und VormündInnen. Auf dem Podium saßen vier ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen: Sandra Pilster (BOSP Lehrerin an der ASB Walle), Claudia Jacob (Beraterin bei BIN), Jochen Kriesten (Leiter des Referates Ausbildung und Praktikum des AFZ) und Rebecca Karbaumer (ehrenamtliche Vormündin eines jungen Gefüchteten aus Guinea).
Anhand der Berichte der ReferentInnen und den Beiträgen des Fachpublikums konnten Bedarfe in den folgenden Bereichen ermittelt werden. Große Übereinstimmung herrschte in der Forderung nach einer strukturellen, ressortübergreifenden Lösung, die den jungen Gefüchteten eine Perspektive gibt und somit Zukunft möglich macht.

Die wesentlichen Punkte umfassen dabei sowohl Bildungs-, Sozial- und Arbeitsmarktpolitische als auch aufenthaltsrechtliche Bedarfe:

Das Recht auf Schulbildung über das 18. Lebensjahr hinaus.
Die Einführung eines Schulbesuchsrechts über das 18. Lebensjahr hinaus (nach bayrischem Modell) mit der Möglichkeit eine qualifzierte Berufsbildungsreife zu erlangen.

Ressourcenorientierte und qualifzierte Bildungsgänge ermöglichen.
Dazu gehört eine kontinuierliche Begleitung und eine quantitativ und qualitativ zuverlässige Struktur, die sich an den Bedarfen und Ressourcen der Jugendlichen orientiert, insbeondere im Bereich der Berufsschulen.

Aufenthaltsrechtliche Sicherheit während der schulischen als auch dualen Ausbildung schaffen. Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis gemäß § 25.5 AufenthG auch für Maßnahmen im Übergang Schule Beruf, wie FSJ, FÖJ, BFD, Praktika sowie während der Dauer der Schul- und Ausbildung schaffen zusätzlich fnanzielle und gesundheitliche Stabilität. Ferner muss ein umfassendes Clearingverfahren für umF vorgeschaltet werden, um individuelle Bedarfe auf verschiedenen Ebenen ermitteln zu können.

Zugang zu Einstiegsqualifzierungen (EQ) erleichtern, Begleitung ermöglichen und die Schaffung von EQ-Plätzen stärker fördern
Dazu gehört der Abbau struktureller Hürden und die Förderung kleinerer Betriebe einerseits und die Durchsetzung der Ausbildungsumlage andererseits. Gekoppelt mit der Intensivierung der Unterstützung der EQ-Teilnehmenden, etwa durch Reha-Maßnahmen, fachsprachliche Förderangebote und Ausweitung der Beratung, führt dies zu quantitativen und qualitativen Verbesserungen.

Perspektive für alle jungen Gefüchteten schaffen
Bremen muss sich solidarisch und nicht nützlichkeitsorientiert zeigen. Vor allem denjenigen gegenüber, die aufgrund von unterbrochenen Lernbiografen, gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Lernschwächen o.ä. einen höheren Förderbedarf haben. Eine vorgeschaltete Kompetenzerfassung, eine Bedarfsorientierte Beratungsstruktur und eine Ressourcenorientierte Bildungs- und Ausbildungspolitik verbessern Bildungs und Integrationschancen der Gefüchteten und auch damit neue Perspektiven für die Stadt Bremen.

Die vollständigen und detaillierten Forderungen finden Sie hier.


Frohes  neues... Nichts:  Perspektiven  für  junge  Flüchtlinge  schaffen  statt gefährden - Jetzt verantwortlich handeln!

Gemeinsamer Appell von 19 Verbänden und Organisationen aus Jugend- und Flüchtlingshilfe

Die  Unterzeichnenden, darunter die  Jugendinitiativen  Careleaver  e.V.  und  Jugendliche  ohne Grenzen (JoG), appellieren an Politik und Verwaltung, unbegleitete Minderjährige auf dem Weg in die  Volljährigkeit  nicht  alleine  zu  lassen.  Systembedingt werden  zum  Jahreswechsel jugendliche Geflüchtete regelmäßig volljährig (gemacht). Werden sie  dann  sich  selbst  überlassen, drohen Destabilisierung, Schul- und Ausbildungsabbrüche und im  schlimmsten  Fall die Obdachlosigkeit. Die Weichen für gute Übergänge und funktionierende Anschlussversorgung müssen daher jetzt von Politik und den zuständigen Trägern gestellt werden.

Während junge Flüchtlinge als „jugendlich, männlich, Ausländer“ medial insbesondere im Kontext von Kriminalität thematisiert werden, ist wenig bekannt über die zahlreichen Hürden, mit denen junge Geflüchtete tagtäglich zu kämpfen haben. Unbegleitete Minderjährige gehören zu den besonders Schutzbedürftigen unter den Geflüchteten. Trotzdem werden ihnen, insbesondere seit dem Jahr des großen Flüchtlingszugangs 2015/2016, fundamentale Rechte vorenthalten: So wurde ihr Recht auf Elternnachzug massiv eingeschränkt und ihre Unterbringung und Versorgung in vielen Kommunen unterhalb geltender Standards der Jugendhilfe vielfach hingenommen.
 
Viele der damals als Jugendliche im Alter von 15 oder 16 Jahren eingereisten Geflüchteten werden nun volljährig, ein Großteil von ihnen zum 31.12. oder 1.1. – ein fiktives Geburtsdatum, das bei ungeklärtem oder nicht nachweisbarem Geburtstag behördlich festgelegt wird, ohne dass sich die jungen Menschen effektiv dagegen wehren könnten.
 
Vollständige Pressemitteilung lesen


Zeltunterkunft für Geflüchtete im Winter trotz Leerstand ?

Flüchtlingsrat und Fluchtraum fordern sofortige Schließung der Zeltunterkunft und eine bedarfsgerechte Unterbringung

Pressemitteilung vom 11.12.2017

Obwohl es in Bremens Unterkünften für Geflüchtete Leerstand und freie Zimmer gibt, leben etwa 70 junge Menschen in Großraumzelten. Gemeint ist die Notunterkunft in der Gottlieb-Daimler-Straße 4, die nun ohne bauliche Veränderungen überraschend zur dritten offiziellen Landesaufnahmeeinrichtung erklärt wurde.

Die Metallzelte stehen abgelegen in der Nähe der Stahlwerke in Oslebshausen und werden nur notdürftig durch ein Heizlüftungssystem gewärmt. Untergebracht werden dort fast ausschließlich Jugendliche, deren Minderjährigkeit vom Amt für Soziale Dienste nicht anerkannt wurde und die gegen die Ablehnung der Inobhutnahme vor Gericht geklagt haben. Sie wohnen dort bis über die Inobhutnahme endgültig entschieden wird und sie ggf. in einer Jugendhilfeeinrichtung untergebracht werden können. Diese Zeltunterkunft, betrieben von der Inneren Mission, war monatelang eine Notunterkunft bevor sie nun umbenannt wurde. Baulich verändert hat sich nichts.

„Die Zelte sind sehr hellhörig und die Metallwände verbreiten jedes Geräusch im ganzen Zelt. Es ist unmöglich nachts zur Ruhe zu kommen. Dazu kommt das Gebläse der Heizlüftung“ so ein Jugendlicher aus dem Zelt. „Die Luft ist durch die Heizung so trocken, dass viele morgens mit Nasenbluten aufwachen. Wenn die Heizung ausfällt, ist es so kalt, dass morgens die Finger steif gefroren sind“ ergänzt Boubacar, ein anderer Bewohner der Unterkunft.
Fluchtraum Bremen e.V. und der Flüchtlingsrat Bremen fordern die sofortige Schließung der Gottlieb-Daimler-Straße. „Die Bedingungen in der Gottlieb-Daimler-Straße sind katastrophal. Es ist völlig unverständlich, dass Bremen trotz des Leerstandes an der Unterbringung von Menschen in Zelten festhält und noch dazu potentiell Minderjährige dort unterbringt, die besonders schutzbedürftig sind“ sagt Anna Schroeder von Fluchtraum.
Marc Millies vom Flüchtlingsrat betont: „Die Verantwortlichen konterkarieren ihre Bemühungen, Schutzbedürftigen adäquaten Schutz zu bieten. Sollte es noch rechtlichen Klärungsbedarf bei den jungen Menschen geben, ist die dafür vorgesehene Clearingstelle einzubeziehen.“

Sollten Sie Interesse an einer Berichterstattung haben, stehen Ihnen sowohl Pressesprecher von Fluchtraum Bremen e.V. und vom Flüchtlingsrat als auch Jugendliche aus der Unterkunft für Interviews und Rückfragen zur Verfügung.



Video zum Sommerfest 2017

hier


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Beratungscafé für junge Geflüchtete

Fluchtraum bietet ab August 2017 an zwei Tagen ein „Beratungscafé für junge Geflüchtete“ in Kooperation mit dem Jugendhaus Buchte (Buchstraße 14/15) an:

mittwochs und donnerstags, 16.30 – 19.00 Uhr

Junge Geflüchtete bekommen im Beratungscafé Unterstützung und Beratung in Fragen zu Ausbildung und Beruf, Alltagsleben, rechtliche Fragen, Hilfestellung bei Anträgen und Behördenangelegenheiten.

Das Projekt wird gefördert durch die Stadtteilinitiative „gemeinsam gut!“ der Sparkasse Bremen.



Gemeinsame Erklärung Bremer Bürgerinnen und Bürger gegen Abschiebungen

Pressemitteilung vom 07.04.2017

Flüchtlingsrat Bremen, Fluchtraum Bremen e.V., Flüchtlingsinitiative Bremen e.V., Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit Bremen e.V., Afghanisch-deutsche Kulturinitiative, Equal-rights-for-all-Bündnis Bremen, Jugendliche ohne Grenzen, Friedensforum Bremen, Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung, Arbeit und Leben e.V.

Am Mittwoch, den 05.04.2017 hat ein breites Bündnis aus den o.g. Bremer Initiativen und Organisationen zu einer Veranstaltung zum Thema „Von wegen sicher – Über die Situation in Afghanistan und Kritik der bundesdeutschen Abschiebepolitik“ eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf sehr große Resonanz in Bremen - rund 200 Bremer Bürger und Bürgerinnen folgten der Einladung. Durch die Beiträge der ReferentInnen wurde deutlich, dass die Konstruktion sogenannter sicherer Regionen in Afghanistan durch die Bundesregierung jeglichen Fakten und Informationen über die tatsächliche Sicherheitslage und Entwicklungen vor Ort widerspricht. „Afghanistan dient als Übungsfeld für den Kriegseinsatz der Bundeswehr. Die dramatische Verschlechterung der Sicherheitslage in Afghanistan macht deutlich, dass dieser Kriegseinsatz nicht nur gescheitert ist, sondern dramatische Folgen für die ganze Region mit sich gebracht hat“ so die Referentin Claudia Haydt. So ist die Ausdehnung der Taliban heute größer als vor dem Kriegseintritt der NATO 2001. Ein Eingeständnis dessen würde jedoch eine Neubewertung militärischer Interventionen erfordern. „Jeder afghanische Staatsangehörige, der heute abgeschoben wird, muss als Beweis dafür hinhalten, dass der deutsche Kriegseinsatz erfolgreich war“. Vor diesem Hintergrund sind Abschiebungen mehr als zynisch. Während die Bundesregierung für sich beansprucht, bundesdeutsche Interessen auch militärisch bis zum Hindukusch zu verteidigen, sollen die Folgen und Betroffenen dieser Politik aus dem Sichtfeld verschwinden.

Vor diesem Hintergrund haben die rund 200 Teilnehmenden der Veranstaltung eine gemeinsame öffentliche Erklärung abgegeben: Darin sprechen sie sich klar und deutlich gegen weitere Abschiebungen aus – sei es auf kommunaler, Landes- und Bundesebene. Abschiebungen widersprechen grundlegend jedem humanitären Anspruch und verstoßen gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf ein Leben in Würde und Sicherheit eines und einer jeden.


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