"18 und dann?!"

Übergangsbegleitung junger Volljähriger als Herausforderung für die nachhaltige Integration junger Geflüchteter

Vor dem Hintergrund der Entwicklungen seit 2016 (Rückgang des Zuzugs von unbegleiteten Minderjährigen, Umverteilung von umF, Reduzierung bzw. Wegfall der Jugendhilfe für junge Volljährige, etc.) rückt die Übergangsbegleitung von jungen Volljährigen zunehmend in den Fokus.
Volljährigkeit bedeutet für die jungen Menschen eine einschneidende Zäsur, da die Jugendhilfe sukzessive ausläuft. Der Übergang in die Verselbstständigung wird von den zuständigen Stellen vorbereitet, im Alltag stehen die sog. Careleaver dann jedoch oft allein vor den Anforderungen des Erwachsenwerdens. Das gilt zumal für Jugendliche, die nie in der Jugendhilfe waren bzw. die mit ihren Familien nach Bremen kommen und durch ihre Familien wenig Unterstützung erhalten, da diese selbst die Integrationsanforderungen bewältigen müssen.
In Bremen werden ca. 1045 junge volljährige Geflüchtete, die als Minderjährige ohne ihre Familien eingereist sind, von der Jugendhilfe betreut (Stand 31.12.2018). Hinzu kommt noch eine Vielzahl von jungen Menschen mit Fluchtgeschichte, die allein oder mit ihren Familien in Bremen leben. Für die jungen Menschen geht es um konkrete Alltagsbewältigung: Wie finde ich einen Schul- oder Ausbildungsplatz? Wie schaffe ich die Ausbildung? Wo finde ich eine Wohnung? Wie kann ich allein zurechtkommen? Wie finde ich Kontakte zu Gleichaltrigen der Mehrheitsgesellschaft? Wo kann ich mich einbringen?
Ausgehend von den wachsenden Anforderungen in der Übergangsbegleitung junger Geflüchteter hat der Verein in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen und relevanten Netzwerkpartnern ein Konzept für die Erweiterung seines Tätigkeitsfeldes entwickelt. Für die Jahre 2018/2019 erhält der Verein eine institutionelle Förderung der Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport zum Aufbau eines Zentrums für Begegnung und Beratung. Mit dem Zentrum soll eine Anlaufstelle für junge Menschen mit Fluchtgeschichte entstehen, das Ehrenamtliche in unterschiedliche Engagementformate einbindet und für Akteure aus der Jugend- und Flüchtlingsarbeit als Fachstelle ansprechbar ist.